Neues Landtagsgebäude geplant

Entwurf für den Komplex auf dem Packhof-Areal in Dresden // Visualisierung: archlab

Weil das alte Gebäude saniert werden soll, müssen die Parlamentarier auf das Packhof-Areal umziehen.

Der Freistaat will auf dem Areal an der Kleinen Packhofstraße ein neues Behördenzentrum errichten. Dafür soll direkt neben dem bereits fertigen SPD-Neubau ein neuer Gebäudekomplex entstehen. Der Neubau wird benötigt, weil das alte Gebäudeensemble des Landtags umgebaut und erweitert werden soll. Dafür muss es allerdings weitestgehend freigeräumt werden.

In dem jetzt geplanten Neubau auf dem Packhofgelände könnten die Parlamentarier und Mitarbeiter des Landtags während der Sanierung und Modernisierung des Hauptsitzes am Bernhard-von-Lindenau-Platz untergebracht werden.

Finaler Plan steht aus

Im Detail steht aber noch nicht fest, wie der Neubau aussehen soll. Zunächst muss für das Areal ein Bebauungsplan aufgestellt werden, anschließend gehen die Planungen zur konkreten Gestaltung des Komplexes weiter. Der Plan sieht vor, dass an der Ecke Kleine Packhof-/Devrientstraße ein siebengeschossiger Kopfbau mit einer Höhe von 29 Metern entstehen soll.

„Dieser nimmt Bezug auf die Hochbauten der Umgebung wie dem Haus der Presse, dem Erlweinspeicher und dem Turmgebäude des Landtags“, erklärt Alwin-Rainer Zipfl, Sprecher im Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB). Entsprechend der Abstimmungen zum Bebauungsplan mit der Stadt solle ein Gebäudeensemble von hoher baulicher und funktionaler Präsenz entstehen, so Zipfl weiter.

2022 soll es losgehen

Schon im kommenden Jahr werden auf dem Areal die Bauarbeiten starten, so der Plan des Freistaates. Investiert wird ein hoher zweistelliger Millionenbetrag. „Das ist jedoch abhängig von den weiteren Planungen, insbesondere bei der erforderlichen Sicherheitstechnik“, so Zipfl. 2025 soll der Neubau fertig sein. Dann könnten die Landtagsabgeordneten und ihre Mitarbeiter dort einziehen. Damit machen sie Platz für die Sanierungsarbeiten im alten Landtagsgebäude.

Wenn die Modernisierung des Altbaus abgeschlossen ist, wird das neue Behördenzentrum zur Unterbringung anderer Dienststellen des Freistaats genutzt. Ursprünglich sah ein 2011 beschlossener Rahmenplan eine Kunsthalle und ein Theater auf der Brachfläche neben dem SZ-Hochhaus vor. Mit seiner Vision konnte der Münsteraner Stadtplaner Hanno Höyng im Sommer 2011 auch den städtischen Bauausschuss begeistern. Der Bauausschuss stimmte zu, dass ein Bebauungsplan aufgestellt wird, der den Rahmen setzen soll. Doch es blieb lediglich beim beschlossenen Rahmenplan.

Neubau umstritten

Es regt sich auch Widerstand unter den Dresdnern, in der Politik und bei den Denkmalschützern. Knackpunkt ist die Höhe des Komplexes. So kritisiert die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND), dass in Sichtachse von und zur Altstadt ein neuer „Hochpunkt für den Sächsischen Landtag mit 29 Metern, mit auf dem Dach installierter Haustechnik sogar 30,50 Metern errichtet werden“ soll. Die Stadt hat eine Leitlinie dazu erarbeiten lassen, an welchen Stellen in Dresden der Bau von Hochhäusern möglich sein soll. Bislang wurde das Konzept aber noch nicht vom Stadtrat beschlossen.

SZ

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