Weniger Kinder – mehr Zeit für Qualität in Kitas und Horten

In Zukunft werden in Dresden vermutlich weniger Kitaplätze benötigt. Grund dafür sind die sinkenden Geburtenzahlen. // Foto: Pixabay

Dresden erwartet in Zukunft einen sinkenden Bedarf an Kitaplätzen. Die Prognose hat mittel- und langfristige Auswirkungen auf die Planung von Kita-Standorten in der Landeshauptstadt.

Das Amt für Kindertagesbetreuung der Landeshauptstadt Dresden hat den Fachplan Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege für das Schuljahr 2021/2022 fortgeschrieben. Die Planung basiert auf der aktuellen Bevölkerungsprognose der Kommunalen Statistikstelle vom November 2020. Angesichts dieser Bevölkerungsprognose erwartet die Landeshauptstadt Dresden einen sinkenden Bedarf an Plätzen in der Kindertagesbetreuung. Laut Fachplan werden 32.637 Betreuungsplätze gebraucht, voraussichtlich 33.249 Plätze können angeboten werden.

Die Bevölkerungsprognose 2020 bestätigt diese kurz- und mittelfristige Entwicklung für null- bis dreijährige Kinder, jedoch auf einem deutlich niedrigeren Niveau als die Vorjahresprognosen. Der Trend rückläufiger Kinderzahlen hält voraussichtlich bis 2030/2031 an. Danach werden wieder leicht steigende Zahlen erwartet. Die Leiterin des Amtes für Kindertagesbetreuung Sabine Bibas sagt: „Der derzeit prognostizierte Rückgang der Geburtenzahlen ist größer, als die vorangegangene Bevölkerungsprognose es hat vermuten lassen. Hinzu kommen noch nicht abzusehende direkte oder indirekte Folgen der Corona-Pandemie. Wir werden daher die Daten der Bevölkerungsprognose 2020 mit dem größtmöglichen Maß an Umsicht interpretieren. Die Entwicklungen der nächsten Jahre können in einen zunehmenden als auch in einen abnehmenden Trend abweichen.“

Die Bevölkerungsprognose weist weiterhin eine Steigerung der Kinderzahlen im Grundschulalter bis 2023/2024 aus. Der Bedarf an Hortplätzen kann mit den derzeitigen Kapazitäten gedeckt werden. Nur an einzelnen Standorten muss die volle Kapazität ausgeschöpft werden.

Der prognostizierte Rückgang an Kindern hat mittel- und langfristige Auswirkungen auf die Planung von Kita-Standorten in der Landeshauptstadt Dresden. Insofern prüft der Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen derzeit die Notwendigkeit von Neu- und Ersatzbauten.

Frei werdende Kapazitäten sollen dafür genutzt werden, die Belegungsdichte in den Kitas zu verringern und Plätze wie vor Inkraftsetzung des Kitarechtsanspruches vorzuhalten. Um den Rechtsanspruch zu gewährleisten, wurden damals sämtliche verfügbaren Bewegungs- und Verkehrsflächen in den Kitas für eine maximale Belegung herangezogen. Außerdem werden heute für die Umsetzung einer inklusiven Kindertagesbetreuung mehr Plätze benötigt und die Fachkräfte für die Kindertagesbetreuung müssen weiter qualifiziert und spezialisiert werden. Sabine Bibas erläutert: „Der aktuelle Rückgang der Geburtenzahlen kann für die Dresdner Kindertagesbetreuung auch eine große Chance sein. Er verschafft uns Zeit, noch mehr in die Qualität unserer Kitas und Horte zu investieren.“

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