„Weniger Fehler als der Gegner machen“

Es geht wieder los: Monarchs-Cheftrainer „Ulz“ Däuber sieht, wie sich seiner Mannschaft auf dem Platz entwickelt. // Foto: Steffen Manig

In Dresden wird wieder American Football gespielt. Das Ziel ist nach wie vor der German Bowl.

Die Dresden Monarchs sind wieder in die German Football League (GFL) gestartet. Nach einer knappen Niederlage in Köln gelang im Rückspiel ein klarer Sieg, bei dem aber noch nicht alles klappte. Trainer „Ulz“ Däuber spricht im DAWO!- Interview über die Entwicklung der Mannschaft.

Die GFL-Saison ist nach über 18 Monaten Football-Pause gestartet. Wie haben Spieler und Trainer die Stimmung während der Pause oben gehalten?

Anfangs war es schon schwer. Wir haben schnell versucht, die Spieler und Trainer per Video zusammenzuhalten und Trainingspläne verteilt. Immerhin ist American Football ein Teamsport und wir haben den Teamgedanken immer ganz nach vorne gestellt. Schwierig war es trotzdem, da die Spieler nur einzeln oder in kleinen Grüppchen trainieren durften. Das Spiel im vergangenen Jahr gegen Wroclaw war aber ein Licht am Ende des Tunnels. Unsere Mannschaft war insgesamt immer voll dabei und motiviert, wieder alles zu geben, egal wann und wie viel gespielt wird.

Die Monarchs gehören seit Jahren zu den besten Teams der Liga. Wie ist ihr Selbstbewusstsein durch die lange Pause gekommen? Waren sie nervös vor den ersten Spielen?

Immerhin ging es zweimal gegen den gleichen Gegner … Am Anfang hat man gesehen, dass es schwer war. Vor allem die Vorbereitung auf den Gegner hat sich angefühlt, als würde man in ein schwarzes Loch hinein trainieren. Ich denke, wir haben den Gegner im ersten Spiel etwas unterschätzt und erst gegen Ende gut gespielt. Im zweiten Spiel war das Selbstbewusstsein natürlich auch wieder da und wir haben ein gutes Spiel abgeliefert.

In den ersten beiden Spielen gab es Licht und Schatten, am Ende stehen eine knappe Niederlage und ein verdienter Sieg gegen die Cologne Crocodiles auf dem Board. Wo stehen die Monarchs aktuell?

Noch nicht da, wo wir sein wollen. Aber auf einen guten Weg sicherlich. Gegen Braunschwein werden wir sehen, wo wir wirklich stehen. Wir stellen auch etwas um–wir suchen noch die perfekte Chemie in der Aufstellung. Außerdem müssen wir einige langfristige Verletzungen kompensieren, was nicht einfach ist.

Haben die Fans bei der Performance am Samstag eine große Rolle gespielt?

Natürlich. Das war ganz toll. Man hat der Mannschaft angemerkt, dass es noch einmal eine ganz andere Erfahrung ist, wieder vor Fans zu spielen. Sie haben auf jeden Fall sehr geholfen bei unserem Sieg.

Die Transferbedingungen für neue Spieler waren durch die Pandemie-Bedingungen nicht ganz optimal. Wie gut sehen Sie Ihr Team aufgestellt?

In der Tat war das etwas schwieriger als sonst. Aber wir haben einen sehr guten Kader, alle Jungs sind toll integriert. Natürlich hatten wir durch die Pandemie auch etwas weniger Teambuilding-Maßnahmen. Aber das entwickelt sich jetzt aktuell sehr gut weiter. Ich bin sehr zufrieden mit dem Kader.

Beim Testspiel im vergangenen Jahr gegen Breslau lief der langjährige Quarterback und Teamcaptain Eric Seidel auf. Für die neue Saison hat das Management den passstarken KJ Carta-Samuels verpflichtet, der bisher in beiden Spielen startete. Wie arbeiten die beiden zusammen, welche Rolle übernimmt Eric?

Beide arbeiten sehr gut zusammen. Mit Eric ist klar kommuniziert, dass wir einen Starting-Quarterback verpflichten und er die Nummer 2 ist, die unser absolutes Vertrauen genießt. Eric erfüllt wichtige Aufgaben als Mannschaftskapitän und kennt die Liga sehr gut. ? Das hilft allen Spielern unheimlich weiter, auch KJ Carta-Samuels.

Wo müssen sich die Monarchs vor den beiden schweren Spielen gegen Braunschweig und Potsdam noch verbessern?

In der Offense müssen wir Drops verhindern, Bälle festhalten und unsere Chancen nutzen. Mental sind wir da aber schon sehr gut gewesen. Es wird auch wichtig sein, Drives am Leben zu halten und Three-and-Out‘s zu verhindern. Wir müssen uns fokussieren, keine Strafen kassieren und effektiv sein. In der Defense geht es darum, dass unsere Tackles sitzen müssen. Wir müssen Big Plays verhindern und mental stärker als der Gegner sein. Jeder macht Fehler, wir müssen weniger machen als der Gegner.

Nach dem jeweils knappen Scheitern in den vergangenen beiden Seasons: Was braucht es, um endlich den German Bowl nach Dresden zu holen?

Wir wollen kontinuierlich besser werden, gesund bleiben und an unseren Baustellen arbeiten. Es ist auch wichtig, gut und konzentriert durch die Corona-Zeit zu kommen, immerhin arbeiten wir miteinem Hygiene-Konzept, falls sich ein Spieler infiziert.

SBU

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