Bundestagswahl: So hat Dresden gewählt

Bundestagswahl: So hat Dresden gewählt
Die Wahlbeteiligung in Dresden lag bei über 80 Prozent. // Foto: Pixabay

Deutschland hat am vergangenen Sonntag einen neuen Bundestag gewählt. Wie haben Dresdnerinnen und Dresdner gewählt?

In Dresden hatten zur Wahl zum 20. Deutschen Bundestag insgesamt 365 Wahllokale geöffnet. Zusätzlich waren 193 Briefwahlbezirke eingerichtet worden. Wegen der zu erwartenden hohen Briefwahlbeteiligung waren das 76 Briefwahlbezirke mehr als noch zur Bundestagswahl 2017. Damit stieg auch der Bedarf an Wahlhelferinnen und Wahlhelfern deutlich. Kreiswahlleiter Dr. Markus Blocher freut sich über die Unterstützung durch viele Dresdnerinnen und Dresdner: „Herzlichen Dank an die über 4.700 ehrenamtlichen Wahlhelferinnen und Wahlhelfer, die es auch unter den besonderen Corona-Bedingungen auf sich genommen haben, die Wahlhandlung tagsüber und die Auszählung der Stimmen abends zu meistern. Ein herzliches Dankeschön auch an die Stadtbezirksämter, Verwaltungsstellen der Ortschaften und zahlreichen städtischen Beschäftigten, die für einen reibungslosen Ablauf gesorgt haben sowie an die beiden Schulleitungen, die ihre Schulgebäude für die Briefwahlauszählung zur Verfügung gestellt haben.“

Gegen 23.30 Uhr waren alle Stimmen gezählt. Damit stand das vorläufige Endergebnis für die beiden Wahlkreise Dresden I und Dresden II – Bautzen II fest.

Wahlbeteiligung erneut gestiegen

In Dresden waren 424.707 Bürgerinnen und Bürger wahlberechtigt. Damit lag die Zahl der Wahlberechtigten um rund 4.700 Personen niedriger als zur Bundestagswahl 2017 (429.448 Wahlberechtigte). Die Wahlbeteiligung ist erneut gestiegen, sie lag mit 80,1 Prozent um einen Prozentpunkt höher als zur Bundestagswahl 2017. Damals beteiligten sich 79,1 Prozent der Dresdner Wahlberechtigten. Der bisherige Höchstwert wurde in Dresden 1998 mit 82,4 Prozent erreicht. Oberbürgermeister Dirk Hilbert: „Die wichtigste Erkenntnis für Dresden aus dieser Wahl ist sicherlich, dass die Demokratie in unserer Stadt lebendig ist. 80 Prozent Wahlbeteiligung ist der zweithöchste Wert seit der Wiedervereinigung.“

Die höchste Wahlbeteiligung wiesen Loschwitz/Wachwitz mit 88,7 Prozent und Bühlau/Weißer Hirsch mit 88,2 Prozent auf, die geringste die Stadtteile Prohlis-Süd mit 57,8 Prozent sowie Gorbitz-Süd mit 59,8 Prozent. Während die Wahlbeteiligung in den Stadtteilen mit der höchsten Wahlbeteiligung im Vergleich zur letzten Bundestagswahl anstieg, ging sie in den Stadtteilen mit der geringsten Wahlbeteiligung zurück.

Per Briefwahl stimmten 37 Prozent der Wahlberechtigten ab. Um 12 Uhr hatten bereits fast 60 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt, d. h. zusätzlich zu den Briefwählern hatten etwa 22 Prozent der Wahlberechtigten bis 12 Uhr ein Wahllokal aufgesucht. Zur Bundestagswahl 2017 lag die Wahlbeteiligung zu diesem Zeitpunkt bei insgesamt 44,5 Prozent. Die Briefwahlbeteiligung wurde damals auf knapp 23 Prozent geschätzt, etwa 21,6 Prozent hatten bereits im Wahllokal gewählt. Um 14 Uhr lag die geschätzte Wahlbeteiligung bei insgesamt 67,7 Prozent.

Anzahl der Briefwähler deutlich gestiegen

Die höchste Anzahl beantragter Briefwahlunterlagen lag in Dresden bisher bei rund 122.500 zur Landtagswahl 2019, damals wählten 38 Prozent der Wählerinnen und Wähler per Briefwahl. Zur Bundestagwahl 2021 beantragten mehr als 165.404 Wahlberechtigte einen Wahlschein. Dieses Mal wählten rund 37,4 Prozent aller Wählerinnen und Wähler per Briefwahl. Zur Bundestagswahl 2017 gab es noch etwa 62.000 weniger Wahlscheinanträge als zur aktuellen Wahl, damals waren es etwas mehr als 103 000. Die Steigerung bezüglich der Wahlscheinanträge von der Bundestagswahl 2013 zu 2017 betrug nur rund 30.000 Wahlscheine. Während der Anteil an allen Wahlberechtigten 2017 damit 24 Prozent betrug, lag er bei der Wahl 2021 bei knapp 39 Prozent.

Beantragt wurden die Wahlscheine zum größten Teil – zu fast 50 Prozent – über das Internetformular. Genau 159.929 Wähler mit Wahlschein beteiligten sich an der Wahl, wobei sich 1.247 an der Urnen- und 158.682 an der Briefwahl beteiligten. Etwa drei Prozent der Wahlscheininhaber nutzen ihren Wahlschein nicht, das heißt sie beteiligten sich nicht an der Wahl.

Ergebnisse der Bundestagswahl 2021

In Dresden erhielt die SPD mit 17,7 Prozenten die meisten Zweitstimmen, dicht gefolgt von der AfD, die 17,6 Prozent erlangte. Die SPD belegte 2017 mit 10,2 Prozent noch Platz vier, während die AfD mit 22,5 Prozent Platz zwei belegte und Stimmen einbüßen musste. Die Grünen wurde mit 16,8 Prozent der Zweitstimmen drittstärkste Partei in Dresden. Bündnis 90/Die Grünen ist damit die bisher im Bundestag vertretene Partei mit den größten Stimmenzuwächsen (8,1 Prozentpunkte). Die CDU nimmt nun den vierten Platz mit 14,5 Prozent ein, bei der Bundestagswahl 2017 lag sie mit 23,5 Prozent noch auf Platz eins.  Sie musste mit minus neun Prozentpunkten die stärksten Verluste hinnehmen. Die FDP erreichte mit einem leichten Plus nun zwölf Prozent. Die Linken erhielten 11,1 Prozent und verloren damit 6,5 Prozentpunkte gegenüber 2017.

Wie bei den letzten vier Bundestagswahlen gewannen die Kandidaten der CDU die Direktmandate in beiden Wahlkreisen. Dr. Markus Reichel gewann den Wahlkreis 159 mit 21,1 Prozent der Stimmen. Katja Kipping (Die Linke) belegt mit 18,9 Prozent Platz zwei. Lars Rohwer gewann den Wahlkreis 160 mit 18,6 Prozent der Stimmen, allerdings beträgt sein Vorsprung gegenüber dem Zweitplatzierten Andreas Harlaß von der AfD mit ebenso 18,6 Prozent nur 39 Stimmen.

Zweitstimmen – Ergebnisse in den Stadtteilen

In 30 Stadtteilen erreichte die AfD den höchsten Zweitstimmenanteil aller Parteien – vor allem an den Stadträndern und großen Plattenbaugebieten, gefolgt von den Grünen mit 19 Stadtteilen, die vor allem in der Innenstadt und am Innenstadtrand liegen. Die SPD erreicht in zehn Stadtteilen, zum Beispiel in Johannstadt-Süd oder Striesen-Süd den höchsten Wert. Die CDU erreichte nur in drei Stadtteilen den höchsten Wert. Das sind Gönnsdorf/Pappritz und Bühlau/Weißer Hirsch. In Loschwitz/Wachwitz herrscht Stimmengleichstand mit den Grünen.

Die SPD erreichte in Johannstadt-Süd mit 22 Prozent ihren höchsten Wert, in Striesen-Süd mit knapp 21 Prozent den zweithöchsten. Sehr niedrige Werte erhielt die SPD in Stadtteilen wie Schönfeld/Schullwitz (etwa 12 Prozent) und der Äußeren Neustadt (etwa 13 Prozent).

Die AfD erlangte vor allem in der Gorbitz und Prohlis mit 27 bis knapp 31 Prozent hohe Stimmenanteile, ebenso in Schönfeld/Schullwitz (28 Prozent). Weniger als zehn Prozent erreichte sie dagegen in der Inneren Altstadt und Neustadt (neun Prozent), der Leipziger Vorstadt (sieben Prozent) und der Äußeren Neustadt (vier Prozent).
Den höchsten Anteil an Zweitstimmen erhielten die Grünen mit 41,8 Prozent in der Äußeren Neustadt und in der Leipziger Vorstadt (34,3 Prozent). Dagegen lagen die Anteile der Grünen in den Stadtteilen, in denen die AfD viele Stimmen erhielt, besonders niedrig. Am geringsten fiel der Anteil mit fünf Prozent in Prohlis aus.

In Gönnsdorf/Pappritz und Kleinzschachwitz erzielte die CDU mit jeweils etwas über 20 Prozent die besten Ergebnisse, in der Äußeren Neustadt mit 4,5 ihr schlechtestes.

Die FDP holte in Loschwitz/Wachwitz 17,6 und in Gönnsdorf/Pappritz 16,6 Prozent ihre höchsten Werte, ihre niedrigsten in der Leipziger Vorstadt mit 5,7 und in der Äußeren Neustadt mit knapp sechs Prozent.
Die Linken erreichten in der Leipziger Vorstadt mit 22,4 Prozent ihr höchstes Ergebnis, die niedrigsten Ergebnisse in Schönfeld/Schullwitz und Gönnsdorf/Pappritz mit etwas mehr als sechs Prozent.

Mehr Informationen unter www.dresden.de/bundestagswahl

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