Mit den Haaren ist das so ne Sache

Frisurenwechsel Bildquelle: Mostafa Meraji via pixabay
Frisurenwechsel Bildquelle: Mostafa Meraji via pixabay

Wenn Männer älter werden, ist es eigentlich recht normal, dass ihre Haare schneller an Volumen verlieren als dies bei Frauen der Fall ist. Man bezeichnet diesen typischen Haarausfall als androgenetische Alopezie oder kurz, eine männliche Glatze. Es gibt verschiedene Wege, damit umzugehen: Viele finden sich damit ab, gehe über auf eine absoluten Kurzhaarfrisur und sagen sich, die schönsten Jahre eben ohne Haare. Mann kann aber auch dünne Haarpartien kaschieren, das Haar und die Kopfhaut auf sanfte Weisen behandeln oder auch zu drastischeren  Methoden (wie Medikamenten und Operationen) übergehen.

Wie bilden sich eigentlich neue Haare?

Unsere Haare wachsen aus kleinen Kapseln in der Haut, den sogenannten Follikeln. Jeder Follikel unterstützt das Wachstum eines einzelnen Haares um etwa einen halben Zentimeter für zwei bis sechs Jahre. Irgendwann schrumpft der Follikel und schneidet das Haar von der Blutversorgung ab. Dadurch fällt das Haar aus. Der Follikel ruht sich einige Monate lang aus und bildet schließlich ein neues Haar, womit der Prozess von neuem beginnt.

Ursachen für schütteres Haar

Was genau diesen Prozess bei Männern im fortgeschrittenen Alter stört, ist noch nicht vollständig erforscht. Man weiß aber, dass die Glatzenbildung mit Androgenen zusammenhängt. Das sind Hormone, die eine Reihe körperlicher Prozesse steuern. Testosteron ist das bekannteste Androgen. Ein Androgen namens Dihydrotestosteron (DHT) ist am meisten am Haarwachstum beteiligt. Ein hoher Testosteron- und DHT-Spiegel kann die Geschwindigkeit des Wachstums neuer Haare bremsen. Auch genetische Ursachen können hier eine Rolle spielen.

Schütteres Haar einfach kaschieren

Eine kosmetische Lösung besteht darin, eine Perücke oder ein Toupet zu tragen. Weiters gibt es Sprays und Färbemittel, die verhindern, dass die Kopfhaut unter dem dünnen Haar glänzt. Spezialisierte Friseure bieten Scheitelaufsätze für den oberen Teil des Kopfes. Manchmal genügt es aber auch schon, die Frisur einfach mal zu ändern.

Sanfte Behandlungen

Wer sich nachhaltigere Lösungen wünscht, kann versuchen, die Follikel anzuregen, mehr Haare nachwachsen zu lassen. Bei einer Kopfhautmassage übt man mit den Fingerspitzen sanften Druck aus und fördert damit die Durchblutung. Gleichzeitig kann man das Haar mit Rizinusöl oder anderen ätherischen Ölenstimulieren. Lavendel und Rosmarin werden dabei gern verwendet. Bevor man so ein Öl auf die Kopfhaut aufträgt, sollte man sicherstellen, dass man nicht vielleicht sogar allergisch darauf reagiert. Dafür genügt es, einen Tropfen auf die Haut zu geben und einen Tag zu warten. Manche Shampoos verleihen dem Haar mehr Volumen, was den Haarausfall kaschiert. Andere enthalten Vitamine und Aminosäuren, die für das Wachstum neuer Haare nötig sind. Für die Zufuhr wichtiger Nährstoffe sorgen auch Multivitaminpräparate und Präparate mit Mineralstoffen wie Eisen und Zink. Weitere Ergänzungsmittel, die hilfreich sein können:

  • Folsäure
  • Biotin
  • Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren

Vor der Einnahme irgend welcher Präparate sollte man es möglichst mit seinem Arzt oder einem Dermatologen besprechen. Es gibt noch nicht viele Belege dafür, dass Vitaminpräparate das Nachwachsen neuer Haare tatsächlich significant fördern und ein Zuviel an manchen Vitaminen kann sogar ungesund sein und gegensätzliche Auswirkungen haben. Zu den sanften Mitteln gehört auch Minoxidil, das man auf die Kopfhaut aufträgt. Einige Studien belegen, dass dieses Mittel helfen kann. Vor der Anwendung sollte man einen Arzt konsultieren. Es könnte sein, dass man einige Lebensgewohnheiten ändern muss, damit das Mittel besser wirkt.

Medikamente und medizinische Behandlungen

Noch wirksamer sind verschreibungspflichtige Medikamente und chirurgische Behandlungen. Beispielsweise ist Finasterid ein rezeptpflichtiges oral einzunehmendes Medikament, das den Spiegel des Hormons Dihydrotestosteron senkt, welches für Haarausfall verantwortlich sein kann. Kortikosteroide (auch als Kortison bekannt) helfen gegen Entzündungen, die ebenfalls im Verdacht stehen, Haarausfall verursachen zu können.

Haarwuchs durch Licht?

Bei einer Lasertherapie behandelt ein Arzt die Haarfollikel mit einem Laser. Dabei werden Photonen in die Follikel gesendet, um diese anzuregen. Vor dieser Behandlung ist es unbedingt erforderlich, sich von einem Spezialisten beraten zu lassen.

Chirurgische Möglichkeiten

Eine drastischste Möglichkeit besteht in einer chirurgischen Haartransplantation, bei der man gesunde Follikel auf die Kopfhaut verpflanzt. Dieses Verfahren sollte der letzte Ausweg sein. Die Transplantation kann zum Wachstum neuer Haare führen, aber auch Narben und unnatürliche Haarmuster sind möglich und man sollte nicht vergessen, es ist und bleibt ein operative Eingriff, welcher niemals unterschätzt warden darf und daher auch immer Risiken birgt.

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