Feuerwehr und Rettungsdienst mussten 2021 öfter ausrücken

Feuerwehr und Rettungsdienst mussten 2021 öfter ausrücken
Amtsleiter Dr. Michael Katzsch (M.) stellt die Einsatzzahlen des Jahres 2021 vor. // Foto: Feuerwehr Dresden

Feuerwehr und Rettungsdienst sind im vergangenen Jahr über 160.000-mal alarmiert worden. Die Corona-Pandemie ist nur ein Grund für die vermehrten Einsätze.

So hat sich die Anzahl der Einsätze entwickelt

In Dresden sowie den Landkreisen Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Meißen wählten im Jahr 2021 circa 184.000 Menschen den Notruf. Nicht immer musste der Notarzt ausrücken. Es kam zu 167.000 Einsätzen – ein Anstieg von etwa 9 Prozent im Vergleich zu 2020.

Durch das hohe Infektionsgeschehen waren die die Intensivbetten schnell belegt. Darum kam das sogenannte „Kleeblatt-System“ zum Tragen und die Patienten mussten in andere Bundesländer verlegt werden. Der Intensivtransport stieg daher um 42 Prozent auf etwa 260 Einsätze an.

Auch die Feuerwehr hatte im vergangenen Jahr reichlich zu tun. Insgesamt rückten sie knapp 9500 mal aus. Die Zahl der Wohnungsbrände stieg deutlich auf 216 an.

Hochwasserhilfe im Ahrtal

Mit den dramatischen Bildern aus den Katastrophengebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen verknüpft das Team der Feuerwehr Dresden im Jahr 2021 viele Erinnerungen an die Ereignisse der Hochwasser, welche die Landeshauptstadt Dresden in den zurückliegenden Jahren ereilt haben. Untrennbar damit verbunden ist die grenzenlose Solidarität und Hilfsbereitschaft zahlloser Menschen damals. „Bis heute sind wir dafür dankbar und wollten diese Hilfe natürlich auch zurückgeben“, bekräftigt Ordnungsbürgermeister Sittel.

Am Morgen des 20. Juli erhielt die Feuerwehrbereitschaft Dresden von der Landesdirektion Sachsen den Alarmbefehl, in die Katastrophenregion nach Rheinland-Pfalz auszurücken. Insgesamt 123 Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr, Stadtteilfeuerwehren, Einsatzgruppen vom Deutschen Roten Kreuz, dem Malteser Hilfsdienst, der Johanniter-Unfall-Hilfe und der 24. Medizinischen Taskforce machten sich mit 33 Einsatzfahrzeugen auf dem Weg in die Katastrophenregion. Dort waren sie unter anderem zur Sicherstellung des Brandschutzes in den Gemeinden Schuld und Ahrweiler eingesetzt. Die Einsatzkräfte der Einsatzgruppen und der 24. Medizinischen Taskforce versorgten die Bevölkerung in einem Bereich von Ahrweiler sanitätsdienstlich.

Am Abend des 23. Juli kehrten alle Einsatzkräfte wohlbehalten nach Dresden zurück. „Es war beeindruckend, mit welcher Geschwindigkeit die Feuerwehrbereitschaft aufgestellt wurde und mit welchem hohen persönlichen Einsatz jede Einsatzkraft dieses Ereignis bewältigte“, stellt Detlef Sittel fest. „Die Feuerwehr Dresden wird nicht nur lokal, sondern auch überregional ihrer Verantwortung gerecht und das spiegelt sich in den zahlreichen Danksagungen und Rückmeldungen wider, die uns insbesondere über die sozialen Netzwerke erreichten.“

Großeinsätze der Feuerwehr

Die Einsätze zur Hilfeleistung stiegen um etwa 13 Prozent auf 6.097. Vor allem wetterbedingte Einsätze spielen eine Rolle – sie stiegen 2021 auf 605 an. „Die notwendige Aufstellung und Ausstattung der Dresdner Feuerwehr ist unverzichtbar“, stellt Dr. Michael Katzsch, Amtsleiter des Brand- und Katastrophenschutzamtes fest. „Dies hat uns der 21. Oktober eindrücklich bewiesen“, erinnert er sich. „Nachdem wir in den Morgenstunden mit einem Großaufgebot von Freiwilliger- und Berufsfeuerwehr den Großbrand in einer Flüssiggasabfüllanlage im Dresdner Norden bekämpften, bescherten uns die Sturmtiefe ‚Ignatz‘ und ‚Hendrik‘ an diesem Tag weit über 300 Einsätze. Das Anrufaufkommen in der IRLS stieg an diesem Tag um das Fünffache an und forderte von unseren Disponentinnen und Disponenten äußerst viel ab“, betont Katzsch.  

Auch der Kampfmittelfund am 12. November wäre ohne das hohe Engagement der insgesamt 376 Einsatzkräften von Feuerwehr, den Einsatzgruppen des Deutschen Roten Kreuzes, dem Malteser Hilfsdienst, der Johanniter-Unfall-Hilfe und dem THW nicht leistbar gewesen. Unter Corona-Bedingungen mussten innerhalb kürzester Zeit 7.400 Personen vorübergehend evakuiert werden.

Kinder- und Jugendfeuerwehren liefen im Notbetrieb weiter

Pandemiebedingt stark eingeschränkt war der Dienstbetrieb der Jugendfeuerwehren und der Kinderfeuerwehr im Jahr 2021. „Ohne die vielen engagierten Jugendwarte sowie zahllosen Unterstützer wäre es nicht möglich gewesen, eine Art ‚Notbetrieb‘ aufzubauen, um die Kinder bei der Stange zu halten“, freut sich Dr. Michael Katzsch, der Leiter des Brand- und Katastrophenschutzamtes. „Wir konnten im Jahr 2021 insgesamt 30 Jugendliche in die aktive Abteilung unserer Freiwilligen Feuerwehr aufnehmen. Auch wenn damit die Mitgliederzahl am Jahresende leicht rückläufig ist, bestätigt uns diese Tatsache, dass wir weiter um Mitglieder für diese sinnvolle und gesellschaftlich wertvolle Freizeitbeschäftigung werben müssen“, ist sich Michael Katzsch sicher.

Das Brand- und Katastrophenschutzamt blickt optimistisch in die Zukunft. „Wir hoffen, dass auch das Dienstgeschehen wieder mehr Normalität finden wird. Mit der Wiederaufnahme des Schulungsbetriebes im Brandschutzerziehungszentrum auf der Strehlener Straße freuen wir uns auf die vielen kleinen und großen Gäste“, gibt Michael Katzsch einen Ausblick in das neue Jahr. „Wir möchten an unserem Ziel festhalten, dass jedes Kind aus einer Dresdner Kita und Grundschulen mindestens einmal im Brandschutzerziehungszentrum gewesen ist.“

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