Dresden ist eine „Einkaufsstadt“

Dresden ist Einkaufsstadt
Zu viel Verkaufsfläche? Dresden könnte noch mehr Läden vertragen, sagen Stadtplaner. | Foto: Archiv

In nur wenigen deutschen Großstädten kommt auf einen Einwohner so viel Handelsfläche wie in Dresden. Und der Handel sollte weiterwachsen.

Für Shopping-Liebhaber könnte es paradiesisch klingen: Dresden hat besonders viele Geschäfte. Im Auftrag der Stadtverwaltung hat die Stadtplanungsgesellschaft „Stadt + Handel“ errechnet, dass auf jeden Einwohner rund 1,7 Quadratmeter Handelsfläche kommen. Damit liege Dresden vor Köln, Hamburg, Berlin und Leipzig. Nur Düsseldorf hat noch mehr.

Entscheidend für die Ergebnisse der Erhebung sind die leicht zunehmende Zahl der Beschäftigten vor Corona sowie eine gute Entwicklung beim Tourismus gewesen.

Der Ukraine-Krieg ist in der Analyse jedoch nicht berücksichtigt worden – sie stammt vom Mai dieses Jahres. Die Zurückhaltung bei Konsumenten aufgrund steigender Energiekosten dürften den positiven Ausblick von damals heute dämpfen.

Der Lebensmittelhandel hat flächenmäßig die Nase vorn, gefolgt von Bekleidungsgeschäften, Bau- und Gartenmärkten und Möbelhäusern. Auf den letzten Plätzen liegen Uhren- und Schmuckläden, Blumenhändler und Zoogeschäfte. Mit 220 Lebensmittelmärkten hat Dresden ein dichtes Nahversorgungsnetz. Am stärksten ist der Discounter Netto vertreten. Er kommt auf 48 Filialen. Dahinter folgen der Konsum Dresden (30 Filialen), die Discounter Aldi und Lidl (je 23) sowie Rewe (17). Dennoch schätzt die Stadtverwaltung die Nahversorgung in vielen Wohngebieten als schlecht ein. Betroffen sind insbesondere die Stadtränder, allem voran die westlichen Ortschaften Mobschatz, Cossebaude und Oberwartha. Das heißt, der nächste Lebensmittelmarkt ist fußläufig weiter als 800 Meter entfernt. Daher sehen die Stadtplaner dort auch einen gewissen Entwicklungsspielraum.

Viele weiße Flecken gibt es darüber hinaus am anderen Ende der Stadt in Loschwitz/ Wachwitz, Gönnsdorf/ Pappritz und Bühlau/ Weißer Hirsch. Zwar gelten auch weite Teile von Schönfeld/ Schullwitz als unterversorgt, allerdings sehen die Planer dort kaum Entwicklungspotenzial. Viele Einkäufe würden woanders getätigt, außerdem sei von einer leicht schrumpfenden Einwohnerzahl auszugehen. Welche Perspektiven hat der Handel in Dresden? Die Frage ist, welche Perspektiven der Handel in Dresden hat, nachdem Russland die Ukraine angegriffen und eine Energiekrise ausgelöst hat. Denn die Prognosen der Stadtplaner beziehen sich auf die Zeit davor. Damals gingen die Experten von steigenden Umsätzen bis 2027 aus. Das moderate Bevölkerungswachstum, der sich vorhergesagte erholende Tourismus und die steigenden Einkommen waren die Hauptgründe für diese Annahme. Beim Lebensmittelhandel und dem Handel mit Gesundheits- und Körperpflegeartikeln sprachen die Stadtplaner von einem „nennenswerten“ Entwicklungsspielraum.

Von 19.000 zusätzlichen Quadratmetern ist die Rede. Neben Neuansiedlung sollte es aber auch um die Verbesserung bestehender Märkte gehen, hieß es. Mit dem Bau des Globusmarktes an der Bremer Straße würde bereits ein erheblicher Teil dieses Potenzials schrumpfen.

Alle anderen Bereiche hätten zwar auch Potenzial. Insbesondere bei Bau- und Gartenmärkten könnten Angebotslücken geschlossen werden. Allerdings würden die Entwicklungspotenziale in diesen Bereichen durch den Onlinehandel gemindert. Daher müssten die Sicherung und Weiterentwicklung der Angebote – vor allem in der Dresdner Innenstadt – unter besonderer Beachtung der Internet- Konkurrenz erfolgen, insbesondere bei Bekleidung, Schuhen, Elektronik, Sport sowie Spielwaren.

Die größte Hürde dürften allerdings die Energiekrise und die steigenden Preise für Lebensmittel darstellen, welche die Kaufkraft für Konsumgüter erheblich schmälern.

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