Gewalttätige Jugendgruppen auf Raubzug durch Dresden

Polizei Dresden
Foto: Pixabay

Raubstraftaten durch gewalttätige Jugendgruppen haben sich 2022 zahlenmäßig verdreifacht – Polizei reagiert mit Soko „Iuventus“ darauf.

Seit Jahresbeginn hat die Polizeidirektion Dresden 113 Raubstraftaten registriert, die durch gewalttätige Jugendgruppen begangen worden sind. Im Vergleich 2018 bis 2020 haben sich die Fallzahlen verdoppelt, zu 2021 sogar verdreifacht.

„Kriminalität von Jugendgruppen ist für Großstädte nicht ungewöhnlich“

Dresden sei zwar im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten eine sehr sichere Stadt. „Doch gibt es immer wieder Phänomene, die herausragen und durch ihre besondere Charakteristik Menschen verunsichern können. Aktuell sind es jugendliche Gruppierungen, die seit Oktober verstärkt durch Raubstraftaten und Gewalt in Dresden in Erscheinung treten“, sagt Polizeipräsident Lutz Rodig (59). „Kriminalität, die von Jugendgruppen ausgeht, ist für Großstädte nicht ungewöhnlich. In Dresden haben wir seit einigen Wochen eine Häufung insbesondere von Gewaltdelikten, der wir frühzeitig entgegen treten wollen. Für eine effektivere Bearbeitung hat die Dresdner Polizei daher eine Sonderkommission mit 15 Ermittlern ins Leben gerufen.“

Die Jugendbanden, die derzeit Dresden unsicher machen, haben es bei ihren meist jungen Opfern vornehmlich auf Handys, Kopfhörer oder Bluetooth-Boxen abgesehen. Nicht selten wird deren Herausgabe mit Teleskopschlagstöcken, Schlagringen und Messern erzwungen. Oft werden die Opfer mit Schlägen und Tritten traktiert.

Die Delikte verteilen sich über die gesamte Stadt. Der zeitliche Schwerpunkt liegt in den Abendstunden (ab 17 Uhr). Besonders häufig kommt es an den Freitag- und Samstagabenden zu den Raubüberfällen.

Polizei hat Soko „Iuventus“ gebildet

Für eine effektivere Bearbeitung der Fälle hat die Dresdner Polizei eine Sonderkommission ins Leben gerufen. Die trägt den Namen „Iuventus“, aus dem Lateinischen abgeleitet für „Jugend“. 15 Ermittler sind in der neuen Soko tätig.


Bislang konnten 87 Tatverdächtige ermittelt werden, darunter sind acht junge Intensivtäter. Über die Hälfte der Tatverdächtigen hat die deutsche Staatsangehörigkeit. Außerdem wurden Jugendliche aus Syrien, Afghanistan und Russland besonders häufig als Tatverdächtige ermittelt. 

Wie werden junge Straftäter bestraft?

„Grundsätzlich sieht das Jugendstrafrecht eher milde Strafen vor“, sagt utz Rodig. „Von daher können strafrechtliche Konsequenzen nur ein Baustein sein. Einrichtungen der Jugendhilfe und Sozialarbeit stehen genauso in der Pflicht, sich dem Phänomen zu stellen. Behördenübergreifende Maßnahmen wie regelmäßige Fallkonferenzen sind aus meiner Sicht ein erfolgversprechender Lösungsansatz. Darüber hinaus werden wir als Dresdner Polizei anlassbezogen Jugendgruppen verstärkt kontrollieren.“




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