Schweizer TV filmt Dresdner Burlesque-Tänzerin

Burlesque-Tänzerin Koko La Douce lebt seit drei Jahren in der Dresdner Neustadt. Foto: Amac Garbe

Federboas fließen über Frauenkörper. Über nackte Schultern gleiten rosa oder gelbe Streichelschlangen nach unten und zwischen den Beinen wieder nach oben, wedeln hinter Popos wie Schwänze und landen in kühnem Schwung auf Dekolletés.
„Verabschiede dich von Vorurteilen, streichle dich selbst“, ruft die Vortänzerin ihren Kursteilnehmerinnen zu. Mehr oder weniger verführerisch wippen und schaukeln diese auf hohen Absätzen in figurbetonten Kleidern unter der aufmunternden Anleitung des seit drei Jahren in der Dresdner Neustadt lebenden Showgirls mitpassenden Künstlernamen Koko La Douce.
Die große Grauhaarige hat sich zur Aufgabe gemacht, Frauen in ihrem Selbstbewusstsein und in ihrer Sinnlichkeit zu bestärken. Sie nennt es „angewandte Emanzipation“ und sagt: „Ich hab zwar keine großen Brüste, aber auch die kann man verkaufen.“ Dazu zeigt sie einen professionell koketten Augenaufschlag von unten nach oben.
Vor der Spiegelwand des hellen Tanzstudios in einem dunklen Hinterhof mit Industriegebietscharme tänzeln Damen in Junggesellinnenabschiedsstimmung zu Musiktiteln wie Fever, Lunar Rhapsody oder Tenderly. Ein Vollbad in Burlesque nennt Koko ihre Kurse. „Kein Ausziehzwang, keine Nacktheit, aber viel Teasing“, wirbt sie für Seminare, die in jeder Frau von 18 bis 88 die Glamour-Queen wecken wollen. So wird Cellulitis rehabilitiert: als Prädikat sinnlicher Weiblichkeit, wie man es auf Rubens-Gemälden sieht. „Lustvoll und humorvoll verabschieden wir uns von Scham und Schande“, heißt es auf ihrer Homepage.
An diesem Abend filmt ein Schweizer Fernsehteam die 42-jährige Tänzerin, die in Las Vegas ein Star ist und etliche Preise der Branche abgeräumt hat. Auf die Frage der Moderatorin, ob sie gar kein Schamgefühl habe, antwortet Koko: „Wenig. Nackt sind wir doch alle, das ist ein natürlicher Zustand. Ich schäme mich höchstens manchmal, wenn ich die Frauen überfordere und sie zu schwitzen beginnen. Oder wenn ich unter lauter Männern bin, die mich missverstehen. Dann bin ich verklemmt.“ Sie hat sich warmgeredet und fällt ins heimatliche Schwyzerdütsch. Denn ausgestrahlt wird die Sendung dort im Vorfeld einer ihrer Solo-Shows im April.

Una Giesecke

http://www.koko-la-douce.de/de

http://www.srf.ch/reporter

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