Auf zur Igel-Stadtpartie: durch das Villenviertel in Dresden-Plauen

Dresden-Plauen hat für Entdecker einiges zu bieten. Foto: PR
Dresden-Plauen hat für Entdecker einiges zu bieten. Foto: PR

Auf ihrem Spaziergang durch Dresden-Plauen lädt Holger Lippert zum Rundgang durch das Villenviertel ein. in prächtiges Villengebiet erstreckte sich einst vom Hauptbahnhof über das Schweizer Viertel bis nach Hohen-Plauen. Weite Teile dieses prachtvollen Areals wurden 1945 zerstört. Übrig blieb am Dresdner Südhang, still und etwas vergessen, die Villenkolonie Plauen. Dieses anmutige und geschichtsträchtige Stück Dresden gilt es zu entdecken.
Nur der König war seinerzeit reicher als er: Der Plauener Mühlenbesitzer Gottlieb Traugott Bienert hatte es seit der Reichsgründung weit gebracht. Wer in diesem Dresdner Stadtteil heute auf historische Spurensuche geht, kommt um den überregional bekannten Industriellen nicht herum. Benennungen von Straße, Schule, Wanderweg und Park erinnern hier in ihn. Auf der Igeltour-Runde mit Holger Lippert durch Plauen kommt die Sprache immer wieder auf Gottlieb Traugott Bienert und seine Familie.
Denn auch Schwiegertochter Ida Bienert pflegte jene Art weitsichtiger Förderung hoffnungsvoller Ansätze. Die Mäzenin unterstützte junge Talente brotloser Künste und sammelte ihre Werke.
Viele, die später zu Rang und Namen kamen, sind in ihren regelmäßig stattfindenden Salons erschienen. Otto Dix und Walter Gropius oder Fritz Löffler gehörten zu ihrem Freundeskreis , zählt Holger Lippert vor der Villa in der Würzburger Straße 46 auf.

Sozial engagiert

Bienerts Söhne, die das väterliche Geschäft übernommen hatten, setzten ebenfalls das soziale Engagement des Firmengründers fort. Die Gebrüder Theodor und Erwin Bienert übergaben 1891, am 100. Geburtstag des Dichters und Freiheitskämpfers Theodor Körner, den Westendpark unentgeltlich an die Gemeinde Plauen. Gemeinsm mit der Aktiengesellschaft Westend hatten Bienerts die 2,4 Hektar, die sie in den Gründerjahren günstig erworben hatten, als Grünanlage gestalten lassen.
Aus dem ebenfalls von der Familie gestifteten Verschönerungsfonds und einer Spendensammlung zu Ehren des 80. Geburtstags Otto von Bismarcks am 1. April 1895 finanzierte die Gemeinde den ein Jahr später eingeweihten 27 Meter hohen Aussichtsturm.
Nachdem der Park 1937 den Namen Johann Gottlieb Fichtes erhalten hatte, folgte 1954 die Umbenennung des Turms in Fichteturm. Dem sächsischen Philosophen ist übrigens in seinem Geburtsort Rammenau ein Museum gewidmet.
Von der Plattform, welche die Teilnehmenden am Ende der Igeltour selbstständig erklimmen können, bietet sich ein Rundumblick über ganz Dresden bis hin zu den Kämmen des Elbsandstein- und des Erzgebirges. Aus der Höhe wird erkennbar, wie groß das Villengebiet oberhalb des Schweizer Viertels einmal gewesen ist.
Wenn auch 1903 eingemeindet, so wirkt hier der Einfluss des zweitreichsten Mannes in Dresden bis heute fort. (ug/fs)

23. 10., 14 Uhr,
Treffpunkt Kaitzer Straße/Ecke Bamberger Straße,
Karten zu 8/ermäßigt 6 Euro ohne Anmeldung am Treff

Igeltour, Löwenstr. 11/Zugang Bautzner Str. 46b, Mo. bis Do., 10 bis 16 Uhr, Fr., 10 bis 14 Uhr, Tel. 0351 8044557,
www.igeltour-dresden.de

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