Dresden fordert Pokal aus verlorenem Ratsschatz zurück

Beschlagnahmter Schiffspokal wartet in Bremen auf Rechtsentscheid. Foto: Adina Rieckmann

Einen „Sensationsfund “ nennt ihn Gisbert Portmann. Der Direktor der Städtischen Galerie Dresden hat den silbervergoldeten Segelschiffpokal sofort wiedererkannt. Das Prunkstück stammt aus dem in den End- und Nachkriegswirren aus dem Dresdner Rathauskeller gestohlenen millionenschweren Ratsschatz. Von den 67 sorgfältig in Kisten verpackten Teilen sind lediglich zwei Becher und ein Kelch bislang wieder aufgetaucht.

Europaweit ermittelten  Interpol und das Bundeskriminalamt undercover, so auch in den Niederlanden. Auf der großen Kunstmesse in Maastricht wurden sie fündig. „Als sich die Fahnder damit bei uns meldeten, stockte mir der Atem“, erzählt Porstmann. Nun schmort der beschlagnahmte Pokal in der Asservatenkammer in Bremen, wo zwei Verfahren um das gute Stück anhängig sind. Dresden klagt zum einen auf Herausgabe, denn Porstmann hat Beweismittel, darunter eine historische Aufnahme von 1911. „Wir finden einen Weg, den Schatz zurückzuholen“, hofft Porstmann und sieht Rückkauf als letztes Mittel.

Zum anderen hat er Klage erhoben wegen Hehlerei. Denn die Bremer Kunsthandel-Galerie Neuse hatte den Pokal für 230.000 Euro in Maastricht angeboten, nachdem sie 2015 nur die Hälfte dafür ans Londoner Auktionshaus Christie’s bezahlt hatte. Die Briten hatten die Antiquität von einem Schweizer gekauft.

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