Das Chaos kommt nach Dresden

Die Ex-Sängerin der Band Wir sind Helden ist bereits seit 2014 solo unterwegs. Foto: PR
Die Ex-Sängerin der Band Wir sind Helden ist bereits seit 2014 solo unterwegs. Foto: PR

Mit ihrer Band Wir sind Helden hat sie sich längst ein popmusikalisches Denkmal gebaut. Offiziell pausiert die in ihren aktiven Zeiten höchsterfolgreiche Band, die Anfang des Jahrtausends eine neue deutschsprachige und durchaus anspruchsvolle Musikwelle ins Rollen brachte. Gut möglich, dass man sich irgendwann wieder zusammenrauft. Nach zwölf Jahren war erst einmal Schluss mit dem Tourstress.
Sängerin und Songschreiberin Judith Holofernes hat es indes trotz nicht minder stressiger Elternrolle nicht geschafft, ihr Bühnen-Fernweh zu bändigen und ist seit 2012 als Solokünstlerin mit Band unterwegs.

Schon früher solo

War ihre erste Platte nach dem Abschied noch „Ein leichtes Schwert“, gibt Holofernes mit ihrer zweiten Soloplatte zu: „Ich bin das Chaos“. In Interviews betont sie ihren zunfttypischen Hang zum kreativen Chaos,
also dem allerseits wohlbekannten Stillleben aus verschiedensten Gegenständen in der Wohnung. Aber mit Kindern müsse man sich eben an das gesunde Chaos gewöhnen. Die meisten der elf Songs schrieb die Berlinerin mit dem färöischen, englischsprachigen Songwriter Teitur. Die beiden trafen sich 2014 in Berlin, nachdem Teitur auf ein – ins deutsche übersetzte – Cover aufmerksam wurde, dass Langzeit-Fan Holofernes auf Konzerten spielte. Man verabredete sich und kurz darauf kam es zum ersten Kreativtreffen. Fünf Songs entstanden in den ersten vier Tagen in Berlin, acht weitere in einer Woche auf den Faröer Inseln, viele davon auf Englisch. Einige davon übersetzte Holofernes am Ende zurück ins Deutsche.

Freunde des eigenwilligen Gesangsstils von

Judith Holofernes dürfen jedenfalls aufatmen, denn die Sängerin ist ja noch dieselbe Person. Und als Einzelperson unterwegs zu sein, ist für die „Heldin“ bei weitem nichts Neues: Lange vor ihrer Erfolgsstory war sie bereits allein unterwegs. Im zarten Alter von 14 Jahren bespielte sie mit ihrer Wandergitarre die Freiburger Fußgängerzonen, ihrer damaligen Heimatstadt. Zur Solo-Karriere sagte Holofernes einmal: „Das, was ich hier vor mich hin bastele, ist ziemlich weit entfernt von einer besinnlich-introspektiven Singer-Songwriter-Platte. Man kann besinnlich dazu in der Nase bohren, muss man aber nicht.“ (tv)

Judith Holofernes, 25.4., 20 Uhr, Scheune, Dresden; Karten für 30,70 Euro unter Tel. 0351 4864 2002 oder www.sz-ticketservice.de

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