Fußball-Verband verbietet Sponsor

Die Kleidermarke Thor Steinar wird vor allem von Rechtsextremen getragen. (Archivfoto: dpa)

Bautzen. Der Sächsische Fußball-Verband hat dem SV Bautzen verboten, für ein Unternehmen auf seinen Trikots zu werben. Der Verband begründet das Verbot damit, dass der Sponsor „Nrdland“ in seinem Geschäft in Witlhen auch Kleidung verkauft, die eindeutig dem rechten Spektrum zuzuordnen sind. Darüber berichtet MDR Sachsen am Montag.

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Der Sprecher der Sächsischen Fußball-Verbandes, Alexander Rabe, sieht in dem Tragen von Trikots mit Werbung für „Nrdland“ einen Widerspruch hinsichtlich Moral und Wertevorstellungen des deutschen Fußballs und seiner Vereine. Daher sei der Antrag des Vereins abgelehnt worden.

So begründet der Sächsische Fußballverband die Ablehnung des Sponsors:
„Mit dem Tragen der Werbeaufschrift ‚NRDLND O-Lausitzer-Store‘ soll der Bekanntheitsgrad des Ladengeschäfts in Wilthen gesteigert und potenzielle Käufer animiert werden, dieses Geschäft aufzusuchen. Nach dem frei zugänglichen Onlineauftritt des Unternehmens werden dort Kleidungstücke angeboten und verkauft, die als Erkennungsmerkmal der rechtsextremen und neonazistischen Szene gelten (u.a. TS-Thor Steinar). Das Tragen derartiger Kleidung und die Werbung hierfür wiederspricht den Satzungen, der Moral und der Wertevorstellung des deutschen Fußballs und seiner Vereine und ist daher u.a. in den sächsischen Fußballstadien, dem Deutschen Bundestag und dem Sächsischen Landtag verboten.“

Die von „Nrdland“ verkauften Anziehsachen stammen nach Angaben von MDR Sachsen vor allem aus dem Markenfundus von Label 23, Yakuza und Thor Steinar, die mit aggressiven Sprüchen oder patriotischen Sprüchen als Aufdruck provozieren sollen.

Die Diskussion in Bautzen begann bereits Ende November. Im Stadtrat stellten sich einige Mitglieder die Frage, ob der SV weiterhin öffentliche Gelder erhalten solle. Immerhin stelle die Vereinsarbeit die Integration aller Menschen in der Gesellschaft dar. Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) will in den kommenden Wochen mit Vertretern des Vereins klären, wie es zu  dieser Kooperation gekommen ist.

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