Sensibilisierte Nutzer sind der beste Virenschutz

Eine Person tippt auf einer Computertastatur. Foto: Jochen Lübke/Archiv

Dresden. Das Sächsische Staatsministerium des Innern hat unlängst die Ergebnisse einer erstmals in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage zum Thema „Cybersicherheit“ im Freistaat Sachsen vorgestellt. Dabei wurden 1 000 Bürgerinnen und Bürger nach ihrem persönlichen Sicherheitsempfinden sowie nach individuellen Bemühungen und persönlichen Einschätzungen befragt.

Die Umfrage ergab unter anderem, dass 84 Prozent der Sachsen nach eigenen Angaben Internetnutzer sind. 87 Prozent der Befragten gaben an, ein elektronisches Gerät wie beispielsweise einen Computer, ein Tablet oder Smartphone zu nutzen. 30 Prozent der Befragten fühlen sich durch Straftaten im Internet bedroht. 58 Prozent der befragten Internetnutzer geben an, schon einmal von einer der häufigsten Formen von Cyberangriffen betroffen gewesen zu sein. Hierzu zählen die Infizierung der privaten Geräte durch Schadsoftware, der Waren- und Dienstleistungsbetrug im Internet, der Identitätsdiebstahl oder die digitale Erpressung. 61 Prozent der Befragten nutzen zumindest hin und wieder soziale Netzwerke, am häufigsten Whatsapp.

Digitale Identität

Passwörter sind der Schlüssel zur digitalen Identität. Deshalb wählen 76 Prozent der befragten Internetnutzer komplizierte Passwörter oder Zugangscodes. Rund die Hälfte der sächsischen Bürger erledigt Bankgeschäfte online. 70 Prozent der Sachsen kaufen Waren über das Internet ein, wobei insbesondere die 30- bis 44-Jährigen am aktivsten Internet-Shopping betreiben.

„Die Ergebnisse zeigen, dass Internetkriminalität kein lästiges Randthema im Alltag der Bevölkerung ist, sondern den Nutzern inzwischen bewusst ist, dass sie jederzeit und überall selbst Opfer von Cyberkriminalität werden können“, sagt Staatssekretär Michael Wilhelm. „In Sicherheitsfragen aufgeklärte Computernutzer sind der beste Schutz vor Cyberstraftätern.“ Es ist deshalb umso erfreulicher, dass die meisten Bürger auf optimalen und modernen Virenschutz sowie auf die Sicherheit ihrer Passwörter und regelmäßige Updates ihrer Programme achten. Da nur mit ausreichender Prävention ein hohes Maß an Cybersicherheit erreicht werden kann, werden wir unsere Sensibilisierungsangebote für Bürger weiter ausbauen und ihre digitale Kompetenz stärken“, so Wilhelm.

So bietet das Innenministerium beispielsweise bereits im dritten Jahr in Folge in Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen „Live-Hackings“ an. Bürger erfahren dabei, mit welchen Mitteln und Tricks Hacker vorgehen, und wie man sich dagegen wehren kann. (Informationen unter lsnq.de/hacking).

1 400 Hackerangriffe

Die Bandbreite der mittels Internet begangenen Delikte ist groß und reicht von der Infizierung privater Geräte durch Schadsoftware, digitale Erpressung, Identitätsdiebstahl und Betrugsdelikte bis hin zum Waffen- und Drogenkauf im sogenannten Darknet. 2016 gab es allein rund 1 400 Hacker-Angriffe auf die zentralen Einrichtungen des Sächsischen Verwaltungsnetzes (SVN). In 50 000 Fällen wurde Schadsoftware aus dem unverschlüsselten Web-Verkehr entfernt. (dawo)

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