Wiederaufbau – syrische Wissenschaftler können an der TU Dresden forschen

Ein Blick über das unzerstörte Aleppo (2010) // Foto: pixabay

Seit mehr als sieben Jahren herrscht in Syrien Krieg, an den Universitäten sind Forschung und Lehre kaum noch möglich, die Sicherheitslage ist dramatisch schlecht: Stipendien im Rahmen der Philipp Schwartz-Initiative ermöglichen zumindest einigen Wissenschaftlern, an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu arbeiten. Ab Oktober 2018 nimmt die TU Dresden erneut zwei syrische Wissenschaftler für einen Förderzeitraum von zwei Jahren auf.

Strategien und Modelle für neue Siedlungen in Aleppo

Die Architektin Dr. Fatina Kourdi promovierte 1989 an der TU Dresden und forschte dann an verschiedenen syrischen Universitäten, unter anderem in Aleppo. Von dort aus musste sie 2013 mit ihrer Familie fliehen. Zunächst in die Türkei, seit März 2017 als Gastwissenschaftlerin an der Fakultät Architektur der TU Dresden. Dank der Philipp Schwartz-Initiative hat die Familie nun für weitere zwei Jahre Sicherheit und Fatina Kourdi kann ihre schon begonnen Projekte an der TU Dresden fortsetzen. Bei „Rebuild Aleppo“ entwickelt sie gemeinsam mit Studierenden Strategien und Modelle für den Wiederaufbau von kriegszerstörten sogenannten informellen Siedlungen, die in Aleppo fast die Hälfte der Bevölkerung beherbergen.

Im zweiten Forschungsprojekt geht es um eine Aufwertung des Dresdner Stadtteils Gorbitz. „Für mich und meine Familie ist das Stipendium ein großes Glück“, sagt Fatina Kourdi. „Meine beiden Söhne studieren Medizin an der TU Dresden, mein Mann ist Arzt und im Rahmen der Familienzusammenführung vor etwa einem Jahr zu uns gekommen. Er lernt jetzt die deutsche Sprache, bevor er hier arbeiten kann.“ Neben Fatina Kourdi wird in diesem Jahr ein zweiter Stipendiat im Rahmen der Philipp Schwartz-Initiative an die TU Dresden kommen. Er hält sich aktuell noch in Syrien auf, sodass er vorerst anonym bleiben muss.

Erfolgreiches Programm

Um die Stipendien hatte sich das DRESDEN-concept Welcome Center at TU Dresden bemüht, das internationale Wissenschaftler und deren Familien unterstützt, die neu an die TU Dresden oder Forschungseinrichtungen von DRESDEN-concept e.V. kommen. Das Team hatte bereits vor zwei Jahren erfolgreich ein Philipp Schwartz-Stipendium für die TU Dresden eingeworben. Der Verkehrswissenschaftler Prof. Jandab Zarour aus Damaskus forscht an der Professur für Gestaltung von Bahnanlagen an der TU Dresden. Auch er arbeitet bereits am Wiederaufbau seiner Heimat Syrien nach dem Krieg und erstellt Konzepte für die Wiederherstellung der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur.

https://www.humboldt-foundation.de/web/philipp-schwartz-initiative.html

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