Auf zur Igel-Stadtpartie: nach Briesnitz

Typisch Gartenstadt: der Pavillon Ecke Hammeraue/Eigenhufe. Foto: Renate Gerner
Typisch Gartenstadt: der Pavillon Ecke Hammeraue/Eigenhufe. Foto: Renate Gerner

Um 1900 plante man den städtischen Ausbau von Briesnitz. Viele Ideen gab es, so waren unter anderem eine Borngrabenpromenade bis in den Zschonergrund hinein und Einfamilienhäuser bis zur Zschoner Mühle hin geplant. Gebaut wurde letztlich eine Siedlung nach Hellerauer Vorbild, eine Gartenstadt, wenn auch unter anderen Vorgaben. Denn in Briesnitz befand sich kein Industriestandort, auch an Kultureinrichtungen mangelte es, die konzentrierten sich in Dresden, wo außerdem Gewerbegebiete mit Arbeitsplätzen lockten.
Doch eine Schule und die Kirche lagen fußläufig in der Nähe. Die Bewohner schätzten das Frischluftgebiet in Höhenlage und die Nähe zum erholsamen Zschonergrund. Bereits 1911 war das auf genossenschaftlicher Grundlage basierende Projekt entworfen.
Als Fortführung der Gartenstadtidee und fast zeitgleich mit dem Aufbau Hellerau entstand nördlich von Briesnitz zwischen 1912 und 1936 in mehreren Bauabschnitten eines der bedeutendsten Beispiele genossenschaftlich gebauter Siedlungen in Dresden. Zunächst entstanden kleinparzellige Doppelhäuser mit gedrungenen Mansardwalmdächern, Vorgärten mit Pflicht zum Hausbaum und Hausgarten. Diese Phase der lockeren Bebauung endete mit Beginn des Ersten Weltkriegs.

Ursprünge sind erhalten

Schmucklose Reihenhäuser und Wohnblocks gestalteten später das Straßenbild. Trotz vieler nicht immer glücklicher Veränderungen im Detail ist diese Stadterweiterung von Dresden zu Beginn des 20. Jahrhunderts eines geblieben: eine Gartenstadt in ihrer ursprünglichen städtebaulichen Konzeption. Auf einem Rundgang mit Igeltour geht es um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur Gartenstadt Hellerau, aber auch persönliche Kindheitserinnerungen älterer Bewohner fließen ein. (RENATE GERNER)

Briesnitz – Stadt, Land, Fluss
am 7.10., 11 Uhr
ab Edeka-Markt Hamburger Straße 86, Schornstein

Dresdens zweite Gartenstadt – Die Eigenheimsiedlung Briesnitz:
am 14.10., 11 Uhr
ab Bäckerei Andrä, Hammeraue/Ecke Wolfszug, Hst. Linie 91 Hammeraue

Karten kosten 8€ (ermäßigt 6€) und sind jeweils am Treff zu bezahlen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Infos: Tel. 0351 8044557, www.igeltour-dresden.de

DAWO! verlost dreimal zwei Tickets zum Preis von einem für den Sonntag, 14. Oktober.
Wer teilnehmen will, kommentiert bitte unter diesem Beitrag, warum er oder sie gern bei der Igeltour durch Briesnitz dabei sein will. Teilnahmeschluss ist am 2. Oktober, 15 Uhr. Viel Glück! (Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Vor der Teilnahme beachten Sie bitte unsere Datenschutzhinweise, welche Sie hier finden.)

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6 Kommentare

  1. Meine Mutti ist in der Gegend geboren und aufgewachsen, hat dort den Angriff am 13. Februar 1945 miterlebt, ich glaube sie würde sich freuen es einmal zu sehen wie es heute ist.

  2. Ich bin dort in den Kindergarten gegangen 🙂 Wäre schön, das alles aus einer anderen Perspektive (bin jetzt etwas größer als damals) anzusehen 🙂

  3. Gern würde ich bei der Tour durch Briesnitz dabei sein, weil ich ein Fan von den Stadtführungen von Igeltour bin und die Gegend um Briesnitz noch nicht kenne. Danke!

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