Neue Wohnungen in alter Dresdner Zigarettenfabrik

Historische Tabakfabrik Striesen. (Foto: Visualisierung: Viarealis GmbH)
Historische Tabakfabrik Striesen. (Foto: Visualisierung: Viarealis GmbH)

Lofts sind angesagt. In Striesen saniert der Bauträger USD eine historische Zigarettenfirma.
Das heutige Denkmal an der Schandauer Straße entstand 1912 als Erweiterung der bestehenden Tabakfabrik, mit  welcher es über den markanten Übergang über die Glashütter Straße verbunden wurde. Geplant sind in dem ehemaligen Industriebau 13 Eigentumswohnungen und 30 Stellplätze in der neuen Tiefgarage.

Die Ein- bis Fünfraumwohnungen mit Flächen zwischen 32 und 166 Quadratmetern kosten 4 500 bis 5000 Euro pro Quadratmeter. Erst wenn alle künftigen Wohnungen verkauft sind, sollen die Bauarbeiten beginnen. Baustart ist für Februar 2019 geplant, im August soll der erste Abschnitt bezugsfertig sein. Zwei weitere folgen, die Vermarktung übernimmt Viarealis. „Die Wohnungen sind barrierearm und mit Balkon, Loggia oder Terrasse ausgestattet“, wirbt Geschäftsführer Falko Glaser. Alle Wohnungen sind über einen Aufzug zu erreichen. So sei auch im hohen Alter der Zugang gewährleistet. Um das Fabrikgebäude soll eine Außenanlage mit Spielplatz und Sitzgelegenheiten entstehen. Das Grundstück nimmt rund 5 000 Quadratmeter ein. (Thessa Wolf)

Zum Hintergrund:
Prägende Industriebauten in Dresden Striesen südlich der Schandauer Straße sind die ehemaligen Ernemann-Werke (die heutigen Technischen Sammlungen) sowie die ehemalige Zigarettenfabrik Jasmatzi. Mit dem Namen Jasmatzi verbinden Geschichtskundige die Blüte der Tabakindustrie in Dresden. Die Residenzstadt galt Anfang des 20. Jahrhunderts als deutsche „Zigaretten-Hauptstadt“. 1862 wurde hier Deutschlands erste Zigarettenfabrik gegründet. Viele weitere folgten, vor allem im Stadtteil Striesen. Die 141 Dresdner Zigarettenfabriken im Jahr 1925 waren nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber für rund ein Viertel der Dresdner Arbeiterschaft, sondern auch Impulsgeber für das Entstehen des Dresdner Verpackungsmaschinenbaus. Die alte Zigarettenfabrik blickt auf begende Jahre zurück. Nach der Wende übernahm die Phillip Morris GmbH aus München die Gebäude und die Markenrechte an den Sorten „f6“, „Karo“ und „Juwel“. 2017 erwarb das auf Altbausanierung spezialisierte Immobilienunternehmen USD Immobilien GmbH das denkmalgeschützte Objekt Glashütter Straße 94 / Ecke Gottleubaer Straße 8, um darin modernen Wohnraum zu schaffen.

 

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