Weiße Hülle fürs kleine Blaue Wunder

Die Brücke am Alberthafen wird bis Sommer 2020 saniert. Für Radfahrer und Fußgänger ist eine Behelfsbrücke gebaut worden. // Foto: Thessa Wolf

Die Stahlfachwerkbrücke am Alberthafen wird bis nächsten Sommer saniert. Das lässt sich die Stadt 2,5 Millionen Euro kosten.

„Es wird quasi eine neue Brücke reingebaut in die alte“, erklärt Reinhard Koettnitz, der Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes der Stadt Dresden die Sanierungsarbeiten am technischen Denkmal. Unter den Dresdnern ist die Stahlfachwerkkonstruktion am Alberthafen auch als „kleines Blaues Wunder“ bekannt, tatsächlich ähneln sich beide Brücken. Unterschiede gibt es allerdings in puncto Dimension und Nutzung. Denn während die Elbquerung im Stadtteil Loschwitz täglich stark von PkW und LkW frequentiert wird, kann die einst als Hafenzufahrt gebaute Brücke nur von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden.

Warnung vor der Strahlung

Für diese wird das gute Stück, welches auch Teil des Elberadweges ist, jetzt für knapp 2,5 Millionen Euro saniert. Höchste Zeit, denn die 1893 gebaute Brücke ist bisher noch nie rekonstruiert worden. Um den Stahl mit Schlacke strahlen zu können – dabei werden mit 12 bar und etwa 200 Stundenkilometern  Rost und Dreck, aber teils gesundheitsgefährdende Blei-Farbreste entfernt – musste die Brücke luftdicht verpackt werden. Die Arbeiter kommen über eine containerähnliche Schleuse, in der sie Schutzkleidung und Masken anlegen, auf die Baustelle. „Das ist Vorschrift“, so Reinhard Koettnitz, der sich in diesem Zusammenhang an Baustellenfotos vom in den 1970er Jahren rekonstruierten Blauen Wunder erinnerte. „Da stand nur ein Schild mit der Warnung vor der Strahlung. Eingehüllt war nichts.“

Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer

Ab nächster Woche werden stark geschädigte Stahlteile ausgetauscht, Nieten durch Passschrauben ersetzt und nach dem Verschließen der Fugen kann man den Korrosionsschutz aufbringen – insgesamt vier Schichten. „Je nach Wetterlage werden die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt bis Ostern 2019 abgeschlossen sein“, informiert der Amtsleiter. Dann wird die Hülle versetzt und der verbleibende Brückenteil gestrahlt und gestrichen. Insgesamt dauern die Arbeiten noch bis zum Sommer nächsten Jahres. Bis dahin können Fußgänger und Radfahrer die Behelfsbrücke nutzen.

Thessa Wolf

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