Fahrräder drängen Autos zurück

Während der Corona-Pandemie waren deutlich mehr Dresdnerinnen und Dresdner auf dem Fahrrad unterwegs. (Foto: Sven Ellger)

Die Dresdner nutzen das Auto immer seltener, zeigt eine Studie.

Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) hat die Ergebnisse der neuen repräsentativen Mobilitätsbefragung vorgestellt. Und diese zeigt: Nur noch 36 Prozent aller Wege in der Stadt legen die Dresdner mit dem Auto zurück.
Das Kfz bleibt damit zwar auf Platz eins, wie die Auswertung der Technischen Universität Dresden im Auftrag der Stadtverwaltung und der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) zeigt. Auch die Zahl der Haushalte mit mindestens einem Pkw ist gestiegen. Allerdings wurden noch vor fünf Jahren 39 Prozent aller Wege mit dem Auto erledigt, 2008 waren es 41 Prozent, 2003 rund 43 Prozent und 1998 etwa 44 Prozent.
Dafür haben in den vergangenen Jahren die umweltfreundlicheren Verkehrsmittel stark zugelegt. Bus und Bahn, Rad und Fußverkehr haben es in der Befragung 2018 auf einen Anteil von insgesamt 64 Prozent geschafft.
Insbesondere das Fahrrad scheint immer attraktiver zu werden. Mit ihm werden inzwischen 18 Prozent aller Wege zurückgelegt (1998: 10 Prozent).

Wer benutzt was?

Mit jedem zusätzlichen Kilometer, der zurückgelegt werden muss, gewinnt das Auto an Bedeutung. So haben die Dresdner 71 Prozent aller Strecken, die zehn Kilometer und länger waren, mit dem Wagen zurückgelegt. Demgegenüber haben die insgesamt 3 231 Befragten in 90 Prozent aller Fälle aufs Auto verzichtet, wenn der Weg kürzer als einen Kilometer war.
Bei der Wahl des Verkehrsmittels ist aber auch entscheidend, wohin die Reise geht. Von und zur Arbeit hat das Auto weiterhin die Nase vorn – Tendenz sinkend. Einkäufe werden dagegen am häufigsten zu Fuß erledigt. Und für den Weg zur Kita oder zur Schule steht erstmals das Fahrrad auf Platz eins.

Radler nur auf dem Rad?

Tatsächlich haben 43 Prozent der Befragten angegeben, immer nur ein Verkehrsmittel zu nutzen. Am häufigsten waren das die Autofahrer. Der Rest wechselt gern. So sagen zum Beispiel 19 Prozent, sowohl Auto als auch Rad zu nehmen. Bei wechselhaftem Wetter wird das Blech bevorzugt. Regnet oder schneit es, steigen Autofahrer und Radfahrer gern auf Bus und Bahn um.
Nur 20 Prozent aller Wege wurden 2018 mit Bus, Bahn und Zug bewältigt – zwei Prozentpunkte weniger als 2013. Woran das liegen könnte? Das Wetter könnte schuld gewesen sein. 2018 – ein Hitze- und Dürrejahr – gingen Menschen möglicherweise lieber zu Fuß und fuhren Rad, anstatt sich in aufgeheizte Kabinen zu setzen. Außerdem stieg in den vergangenen fünf Jahren der Preis für eine Fahrstunde um 20 Prozent, rechnet die Stadt vor.

Stadtteile mit Unterschieden

42 Prozent der Innenstadt-Haushalte kommen ganz ohne eigenes Auto aus, während in Loschwitz und Klotzsche mehr als ein Drittel der Haushalte über mindestens zwei Autos verfügt. Das spiegelt sich in den meisten Fällen in der täglichen Wahl der Verkehrsmittel wider: In der Neustadt bewegen sich die meisten Menschen per Rad fort, in der Altstadt vor allem zu Fuß sowie mit Bus und Bahn. Die Klotzscher und die Loschwitzer liegen an der Spitze, wenn es ums Autofahren geht.
„Die Ergebnisse bilden ab, was wir schon länger wahrnehmen“, so Dresdens Verkehrsbürgermeister. „Die Dresdner bewegen sich vorwiegend zu Fuß, mit dem Rad und dem Öffentlichen Nahverkehr.“ In den nächsten Jahren sollen unter anderem der Rad- und Fußverkehr weiter gestärkt werden, ebenso die Elektromobilität und Angebote, bei denen man sich Autos, aber auch Fahrräder ausleihen kann. (DAWO)

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