Über 2.000 Dresdner Grippe-Infizierte

Medikamente und ein Fiberthermometer liegen auf einem Nachttisch. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv

Die Saison verlief stärker als die vorhergehende.

Heftig wäre das falsche Wort, allerdings verlief diese Grippesaison in Dresden etwas stärker als die letzte. Das zeigen neueste Zahlen des Robert-Koch-Instituts. Genau 2.573 nachgewiesene Infektionen zählte das Robert-Koch-Institut (RKI) zwischen Oktober des vergangenen Jahres und der ersten April-Woche. In der Saison 2018/2019 waren es zwischen Oktober und Mitte Mai zusammengerechnet 2.139 Fälle. Drei Dinge fallen auf: Die Grippewelle hat diesmal etwas früher begonnen, sie ist stärker ausgefallen, aber früher wieder vorbei gewesen. Elf Todesopfer sind zu beklagen – zwei
mehr als in der vorherigen Grippesaison.

Das schnelle Abklingen und die um mindestens zwei Wochen kürzere Dauer der Grippewelle seien auffällig, so das RKI. Dazu beigetragen haben dürften die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie. Durch Ausgangsbeschränkungen, geschlossene Geschäfte und Homeoffice hatten die Dresdner weniger Kontakt zu anderen Menschen. Das Virus konnte sich kaum noch verbreiten. Da Kinder für die Verbreitung der Grippe eine wesentliche Rolle spielten, hätten die Schulschließungen einen erheblichen Einfluss auf den Verlauf der Grippesaison genommen, so das RKI weiter.

Richtig ist, dass sich nachweislich mehr Dresdner mit Grippeviren als mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Am Mittwoch waren es 497 Corona-Infizierte. Darüber hinaus sind vier Todesopfer zu beklagen. Weil oft versucht wird, die Gefährlichkeit der Corona- und der Influenzaviren über Fallzahlen miteinander zu vergleichen, sind mehrere Faktoren zu bedenken: Die ersten Grippefälle gab es im Herbst. Die Influenzaviren hatten also mehr Zeit, sich zu vermehren. Auch die Dynamik der Corona-Epidemie über die Sommermonate ist unklar. Ein Vergleich über eine komplette Saison ist erst in einem Jahr möglich.

Darüber hinaus ist die Frage, ob die Gefährlichkeit beider Erreger an den Infektionszahlen festzumachen ist. Bei beiden Infektionen gibt es mildere und schwerere Verläufe. Beide Viren sind vor allem für Menschen gefährlich, die eine Grunderkrankung haben, insbesondere der Lunge und des Immunsystems.

SZ

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