So soll Dresdens neuer Fernbusbahnhof aussehen

So könnte Dresdens neuer Fernbusbahnhof samt Fahrradparkhaus aussehen. © S&G Development GmbH/KNERER UND LANG Architekten

Sobald die Fernbusse von Flixbus und Co. wieder fahren, dürfte das Chaos hinterm Dresdner Hauptbahnhof schnell zurückkehren. Dieses Chaos soll mit dem neuen Fernbusbahnhof vorbei sein. Wo der Bahnhof entsteht und wie er aussehen soll:

Ein Leipziger Unternehmer will auf der gegenüberliegenden Seite des Dresdner Hauptbahnhofs ein zentrales Fernbusterminal mit Fahrradparkhaus und Büros bauen. Seinen Plan hat er am Montag vorgestellt.

Fahrradparkhaus mit kostenfreien Stellplätzen

Das Fahrradparkhaus wird Teil der Anlage. Der Investor spricht von 800 größtenteils unentgeltlichen Stellplätzen. Auch Lademöglichkeiten für E-Bikes soll es geben. Damit bekomme Dresden sein erstes Fahrradparkhaus für die immer zahlreicheren Radfahrer, sagt Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne).

Wann starten die Bauarbeiten?

Vorausgegangen ist eine Ausschreibung, die das Leipziger Unternehmen für sich entscheiden konnte. Im April soll zunächst der Grundstückskauf durch die S&G Development GmbH über die Bühne gehen. Diesem muss der Bauausschuss zustimmen. Kaufsumme: rund 132.000 Euro.

Gleichzeitig will Dresden dem Unternehmen rund 1,5 Millionen Euro für den Bau und den Betrieb der Radstellplätze überweisen. Das Ganze passiert über einen öffentlich-rechtlichen Vertrag.

„Dem werden wir einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan hinterherschieben“, so der Baubürgermeister. Ist dieser rechtskräftig, kann Seidemann einen Bauantrag stellen. Der Investor hofft, Mitte 2022 loslegen zu können. „Ich rechne mit drei Jahren Bauzeit“, sagt er, sodass das neue Fernbusterminal Mitte 2025 in Betrieb gehen könnte. Der Vertrag zum Betrieb des Terminals und des Parkhauses ist zunächst auf 20 Jahre festgelegt.

Die Arbeiten werden nicht leicht. Denn ebenfalls Mitte nächsten Jahres wird die Deutsche Bahn mit der Reparatur des Hauptbahnhof-Daches beginnen. Beide Baustellen grenzen unmittelbar aneinander. Es könnte also eng werden, schätzen Ingo Seidemann und Bahnhofsmanager Heiko Klaffenbach ein.

Wie wird das Umsteigen zwischen Fernbus, Straßenbahn und Zug funktionieren?

In das neue Fernbusterminal wird eine Straßenbahnhaltestelle integriert. Zu den Zügen, insbesondere den S-Bahnen, gelangen Fahrgäste über den Königspavillon an der äußersten Westseite des Hauptbahnhofes. Das sind höchstens fünf Minuten zu Fuß, wenn überhaupt. „Das Terminal wird hervorragend erreichbar sein“, so Siedemann.

Übersichtsplan NetWorkHub. Copyright: S&G Development.

Entstehen zusätzliche Kosten für Fahrgäste?

Nein, verspricht Seidemann. Fahrgäste, die im Terminal in ihren Bus steigen, müssten keine Abfahrtsgebühr oder ähnliches befürchten. Das 80 Millionen Euro teure Projekt werde sich unter anderem mit Büromieten refinanzieren. Vermutlich müssen Fernbus-Anbieter eine sogenannte Einfahrtsgebühr bezahlen. Das ist zumindest in anderen Busbahnhöfen in Deutschland üblich. Die S&G Development GmbH wolle nach Fertigstellung als Vermieter fungieren und mit dem Betrieb des Fernbusterminals ein anderes Unternehmen beauftragen.

Wie vertrauenswürdig ist der Investor?

Die S&G Development GmbH hat Büros in Leipzig und Frankfurt, sie wurde 2012 von Ingo Seidemann und Sven Grundmann gegründet. Das Unternehmen hat bereits den Leipziger Fernbusbahnhof gebaut, zu dem ein Parkhaus gehört. Dieser wurde 2018 eröffnet und zählte im ersten Jahr mehr als 1,5 Millionen Reisende und knapp 28.000 Fernbusse. „Wir haben vor, hier auf der Westseite des Wiener Platzes ein neues Stück modernes Dresden zu entwickeln“, sagte Seidemann am Montag.

Außerdem handle es sich um eine Schlüsselinvestition für nachhaltige Mobilität in den nächsten Dekaden. Mit solchen Mobilitätspunkten – sogenannten Umsteigehubs – ließen sich die öffentlichen Verkehrsmittel stärken.

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