Immer mehr Dresdner fahren Fahrrad

Immer mehr Dresdner nutzen das Fahrrad. Foto: Konrad Krause

Eigentlich ist der Herbst keine wirkliche Fahrradsaison. Und doch: Viele Dresdner*innen sind auch in diesen Herbstmonaten mit dem Fahrrad unterwegs. Ob sich das auch mit Zahlen belegen lässt, hat nun der ADFC Dresden untersucht und sich dazu die Zahlen der neun städtischen Dauerzählstellen für die letzten drei Monate von Anfang September bis Anfang Dezember (Kalenderwochen 37 bis 49) genauer angesehen und mit 2018 und 2019 verglichen.

Das Ergebnis: Über 1,5 Mio. Radfahrende und damit durchschnittlich 17 Prozent mehr als in den beiden Vorjahren wurden diesen Herbst verzeichnet. Im Detail stellt sich heraus, das in Dresden in diesem Pandemiejahr vor allem an Wochenenden, also in der Freizeit vermehrt aufs Rad gestiegen wird, während wochentags bedingt durch das verbreitete Homeoffice, Home-Schooling und den Online-Modus der Hochschulen, keine großen Anstiege zu verzeichnen sind. „In Summe sind aber trotz aller pandemie-bedingten Einschränkungen die Radverkehrszahlen in den letzten drei Monaten nicht etwa zurückgegangen sondern im Gegenteil sogar weiter gestiegen“, kommentiert Edwin Seifert, Geschäftsführer des ADFC Dresden die Ergebnisse der Auswertung. „Selbst auf der klassischen Alltagsroute über die Albertbrücke sind die Zahlen leicht gestiegen. Radfahren wird in Dresden also immer beliebter. Zum einen wird die Infrastruktur dank den Bemühungen der Stadtverwaltung Stück für Stück besser und zum anderen wird das Radfahren quer durch alle Gesellschaftsschichten und Generation immer mehr zu einem festen Bestandteil des Alltags.“
Auf einigen Radstrecken, das zeigt die Auswertung, ist sogar ein massiver Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr festzustellen, etwa am Elberadweg (linkselbisch) mit einem Plus von 31 Prozent und auf dem Körnerweg (rechtselbisch) wo die provisorische Asphaltierung im Januar, eine eigentlich kleine und unspektakuläre Maßnahme, mit einem Plus von 106 Prozent zu einer Verdopplung des Radverkehrs geführt hat. Und das im Herbst! So stieg die Zahl der Radbewegungen in beide Richtungen an der rechtselbischen Zählstelle unterhalb der Waldschlößchenbrücke von 75.663 (Herbst 2019) auf 155.449 (Herbst 2020).

„Das Beispiel Körnerweg zeigt, wie mit geringem Aufwand ein gute neue Radroute geschaffen werden kann und daraufhin in kürzester Zeit der Radverkehr zunimmt“, erklärt Edwin Seifert. „So mancher Loschwitzer oder Wachwitzer lässt sein Auto stehen und fährt jetzt auf dem Körnerweg mit dem Fahrrad in die Stadt. Wenn man also Lücken schließt, Hindernisse beseitigt und gefährliche Stellen entschärft, dann wächst der Radverkehr wie von allein“, so der Geschäftsführer des ADFC Dresden. „Bleibt nur zu hoffen, dass Loschwitz und der Körnerweg in nicht allzu langer Zeit auch gut über Radverkehrsanlagen auf dem Blauen Wunder und in der Hüblerstraße mit Striesen verbunden werden. Um bis dahin das Wachstum des Radverkehrs noch besser dokumentieren zu können, braucht das Stadtgebiet allerdings dringend eine ganze Reihe an zusätzlichen Dauerzählstellen!“

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