Scheune baut sich ein Blechschloss

3D Modell: Euler Void

Im November 2018 beschloss der Dresdner Stadtrat den Umbau und die Modernisierung des Kulturzentrums im Herzen der Neustadt. Wie die Scheune in Zukunft aussehen soll:

Für den scheune e. V., der das Haus betreibt, stellte sich nundamit die Aufgabe, ein Konzept zum Interimsbetrieb ohne Stammhaus für mindestens zwei Jahre Bauzeit zu finden. Im Hinblick auf eine mögliche Implementierbarkeit des scheune-Programms sowie allgemeine Standortfaktoren wie Erreichbarkeit, Lärmproblematik, Barrierefreiheit und Betriebskosten, blieb die Suche nach einem festen Interim erfolglos. Die Alternativstrategie lautete: „Mobil mit Stil“. Als freier Veranstalter ohne festes Quartier würde der Verein abwechselnd in unterschiedlichsten Dresdner Spielstätten Kultur betreiben können. Damit verbunden war allerdings der Wunsch, einen logistischen Ankerpunkt mit Büro und niedrigschwelliger Spielfläche in möglichst direktem Umfeld der scheune zu haben, was die Immobiliensituation wiederum nicht zuließ. So entstand die Idee eines Pop-Up-Interims auf dem Vorplatz.

Was anfänglich nur ein Luftschloss war, nahm tatsächlich bald an Form an – die eines Containerbaus um genau zu sein. Und die reale Welt der Baustatik und Paragraphen lenkte die Gedanken in geordnete Wellblech-Bahnen. Aus unserem Luftschloss wurde ein Blechschloss. So war fortan auch der Arbeitstitel des Unterfangens und so wird es nun getauft. Denn nach dem Beschluss der Mitgliederversammlung des scheune e.V. vom 30.6.2020, fortlaufenden konstruktiven Gesprächen zur Umsetzbarkeit mit der Stadt Dresden und Partnerinnen sowie der freundlichen Unterstützung des Amtes für Kultur und Denkmalschutz und des Stadtbezirksbeirates, ist es heute offiziell: Die Scheune baut sich ein Blechschloss auf dem Vorplatz und betreibt dort einen Pop Up Club.

Der modulare Containerbau soll ein Ort der Begegnung werden, inklusive einer kleinen Indoor-Spielstätte. Als Veranstaltungsraum kann idealerweise der derzeit von verschiedenen Initiativen genutzte Container (ehemals Lenins Kulturpalast, Louisenstr. 32) weitergenutzt werden. Das inhaltliche Hauptaugenmerk liegt auf stadtteilbezogenen Formaten sowie Lesungen, Diskursveranstaltungen und akustischen, kleineren Konzerten. Ziel ist die Schaffung eines Raumlabores unter Einbeziehung des direkten Umfelds und ohne gastronomischen Konsumzwang. Außerdem möchten die Betreiber interessierte Anwohner*innen und Gäste im Sinne eines Infoterminals über den Planungsstand und Baufortschritte der Sanierung informieren.

Der Vorplatz soll als solcher der Öffentlichkeit zugänglich und bespielbar bleiben. Auch der beliebte Imbisswagen ist Teil des Konzeptes. Neben einem Bürocontainer für das Vorplatzmanagement vor Ort, ist auch ein Toilettencontainer mit einem barrierefreien WC vorgesehen, das im Rahmen der Öffnungszeiten des Container-Interims nutzbar ist. Eine partielle Holz-Terrasse macht das Container-Interim attraktiver und ersetzt unter Beachtung der Sicherheitsanforderungen und Vandalismusvorsorge „verlorene“ Vorplatz-Fläche. Als praktisch und nachhaltig erweist sich die Einbeziehung des bereits vorhandenen Bestandes an Containerlogistik seitens des scheune e. V., darunter unser Containerdach und der Lagercontainer. Im Zuge der Planung wurde den Betreibern auch der abgeschriebene Container der Landeshauptstadt Dresden in Aussicht gestellt, die sich derzeit auf dem ehemaligen Gelände der Staatsoperette in Leuben befinden.

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