Sowjetischer Garnisonsfriedhof wird saniert

Sowjetischer Garnisonsfriedhof wird saniert
Bereits im letzten Jahr wurde der Obelisk und das Denkmal "Der Fahnenträger" saniert. Jetzt stehen erneut Bauarbeiten an. // Foto: Archiv

Ein Teil des Sowjetischen Garnisonsfriedhofes Dresden an der Marienallee ist sanierungsbedürftig.

Geschädigte Thuja-Hecken müssen erneuert und Blickbeziehungen in die terrassenartigen Grabfelder wiederhergestellt werden. Außerdem sind die aus Gründen der Verkehrssicherheit niedergelegten Grabsteine wieder aufzustellen oder zu richten. An einem Obelisken auf einer der Kindergrabanlagen sind kleinere Schäden zu beseitigen.

Die Botschaft der Russischen Föderation erklärte 2019, dass zum 75. Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus im Jahr 2020 die Nachkriegsgräber auf den Sowjetischen Garnisonsfriedhöfen in Deutschland instandgesetzt werden sollen. Dafür stellte die Botschaft der Russischen Föderation nun eine Sachspende für die Dresdner Anlage in Aussicht. Eva Jähnigen, die für Friedhöfe zuständige Bürgermeisterin für Umwelt und Kommunalwirtschaft, äußert sich darüber sehr erfreut: „Die Erinnerung an die Schicksale unserer Nachbarinnen und Nachbarn aus den Völkern der damaligen Sowjetunion ist uns in Dresden wichtig. Deshalb bedanke ich mich bei der russischen Botschaft für die Spende zur Sanierung des Friedhofsteils, den wir dann als Stadtverwaltung weiter pflegen und öffentlich zugänglich halten werden.“

Durch die Spende kann nun der Teil des Russischen Garnisonsfriedhofes saniert werden, auf dem von 1945 bis 1987 die Toten aus der sowjetischen Garnison begraben wurden. Die Arbeiten sollen in diesem Jahr beginnen und kosten insgesamt mindestens 250.000 Euro, was die Botschaft der Russischen Föderation fast vollständig übernehmen wird. Der Finanzausschuss des Stadtrates muss die Annahme der Spende noch bestätigen.

Der Garnisonsfriedhof steht unter Denkmalschutz. Deshalb beauftragte die Stadt bereits das Landschaftsarchitekturbüro Kretzschmar & Partner, Freie Landschaftsarchitekten mit der Erarbeitung einer denkmalpflegerischen Zielstellung und der Planung für die historisch angemessene Sanierung des nördlichen Erweiterungsteils. Zielstellung und denkmalschutzrechtliche Genehmigung liegen vor und sind jetzt Grundlage für die in drei Bauabschnitten durchzuführende Sanierung.

Der Sowjetische Garnisonsfriedhof liegt an der Marienallee im Dresdner Stadtteil Albertstadt am Südwestrand der Dresdner Heide. Er ist Kriegsgräberstätte gemäß Gräbergesetz und steht seit 2010 aus ortsgeschichtlichen, baulichen und gartendenkmalpflegerischen Gründen als Sachgesamtheit unter Denkmalschutz. Er gilt als europäisch bedeutender Erinnerungsort an die Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bis zum Abzug der in Dresden stationierten 1. Gardepanzerarmee im Sommer 1992. Im Mai 2019 übernahm die Landeshauptstadt Dresden den 1,7 Hektar großen Garnisonsfriedhof wieder vom Freistaat Sachsen. Er ist zur Besichtigung und für Besucher zugänglich. Es finden keine Beisetzungen mehr statt.

Weitere Informationen finden Sie unter www.dresden.de/garnisonsfriedhof

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