Augustusmarkt ist abgebaut – Weihnachtsbaum bleibt

Vom Augustusmarkt bleiben nur noch Lichter und Weihnachtsbaum.
Vom Augustusmarkt bleiben nur noch Lichter und Weihnachtsbaum. // Foto: Augustusmarkt

Der Augustusmarkt ist abgebaut. Bis Freitag wird auch das Riesenrad auf dem Neustädter Markt verschwunden sein. Auf Bitten der Anwohner und Gewerbetreibenden der Hauptstraße bleiben die leuchtenden Überspannungen hängen und auch der Weihnachtsbaum strahlt in vollem Glanz.

Nachdem die Weihnachtsmärkte bereits das zweite Jahr in Folgeverboten worden sind, bezeichnete Zastrow die Lage für alle Betroffenen als dramatisch. Auch zwei Wochen nach der Absage fehlten geeignete Hilfsprogramme, die den Schaden ersetzten und die Existenz aller sicherten. Die Sorgen bei allen Betroffenen seien riesengroß.
Holger Zastrow, der auch Stadtrat in Dresden ist, wörtlich: „Dass man entgegen aller Aussagen und Verordnungen die Weihnachtsmärkte plötzlich doch verboten hat, nachdem sie bereits aufgebaut waren, war ein Schock und hat für einen tiefsitzenden Vertrauensverlust gesorgt. Ausgerechnet im Weihnachtsland setzt man trotz genehmigter Hygienekonzepte auf ein Totalverbot und schließt alternative Lösungen komplett aus. Das spricht nicht dafür, dass den Entscheidern die seelische und wirtschaftliche Bedeutung der Adventszeit für Land und Leute bewusst ist. Wir schauen daher neidvoll in viele andere Bundesländer, in denen Weihnachtsmärkte trotz Corona in einem gewissen Maß möglich sind. In Sachsen wurden dagegen selbst 2G-Weihnachtsmärkte untersagt. Auch, dass wir in unsere Märkte in Dresden und in Pirna jeweils ein Test- und Impfzentrum integrieren wollten, überzeugte leider nicht.“

Forderung nach Rettungsplan für das Weihnachtsland

Anstatt vorausschauend und verlässlich zu handeln, offen für innovative Lösungen zu sein, erlebe man auf Landesebene Organisationsversagen, Bürokratie und eine angstgetriebene Politik. Zastrow sprach von einem nachhaltigen Schaden für das Weihnachtsland. Der Verlust an Akteuren, Angeboten und Vielfalt in der sächsischen Weihnachtsmarkt- und Veranstaltungslandschaft sei schon jetzt dramatisch. Durch die Art und Weise der wiederholten Komplettabsage fehlten jetzt vielerorts Zuversicht und Vertrauen. „Alle fragen, was ist im nächsten Jahr? Werden die Märkte dann stattfinden? Soll ich investieren, Ware produzieren, einen Stand planen oder Personal suchen? Oder kriegt die Politik dann wieder Panik und alles war erneut umsonst?“ Die Zukunft der Weihnachtsmärkte, vieler weihnachtstypischer Produkte und Angebote, vieler Traditionen und Bräuche stehe auf dem Spiel. Es brauche einen Rettungsplan für das Weihnachtsland Sachsen. Um Vertrauen zurückzugewinnen, braucht es zeitnah eine Art Vertrag zwischen Freistaat und öffentlichen wie privaten Marktveranstaltern, der verbindlich regelt, wie Schäden und Ausfälle geregelt werden, wenn Märkte abermals abgesagt werden.

Der Augustusmarkt ist Dresdens zweitgrößter Weihnachtsmarkt und wäre normalerweise bis zum 9. Januar 2022 gegangen. Zum ersten Mal hätte es damit einen  Weihnachtsmarkt auf städtischem Grund gegeben, der auch noch nach den Weihnachtsfeiertagen geöffnet gewesen wäre. Es wäre der längste Markt in Sachsen geworden.

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