Sogar veganer Stollen

Sogar veganer Stollen
Auch das traditionelle sächsische Weihnachtsgebäck – den Christstollen – gibt es mittlerweile mit veganen Rezepten. // Foto: PR

Längst gibt es Weihnachtsessen auch ohne tierische Produkte.

Weihnachten ohne einen Christstollen ist in und um Dresden nicht vorstellbar! Und bei vielen Familien in der Oberlausitz oder im Erzgebirge geht Heiligabend wohl auch nicht ohne das bekannte Neunerlei. Und ohnehin ist Weihnachten ohne Weihnachtsgans für die Allermeisten nicht vorstellbar …

Völlerei ohne Fleisch? Völlerei ohne tierische Produkte wie Butter? Ist machbar, sagen Veganer. Und längst gibt es hierzulande auch vegane Rezepte für das Weihnachtsgebäck Nummer 1, den Christstollen. Im Prinzip werden hierbei Butter durch Margarine und die Milch durch Milchersatz aus Pflanzen – Soja- oder Hafermilch – ausgetauscht. Alle anderen Zutaten gibt es ja auch als vegane Versionen. Fans veganer Ernährung sind überzeugt, dass es hier keine geschmacklichen Einbußen gibt – eingefleischte Fleischesser hingegen verweisen darauf, dass Fett, und damit auch Butter, durchaus ein wichtiger Geschmacksträger ist.

In Sachen Gesundheit sind sich ja bekanntlich auch Mediziner noch nicht ganz so einig, was das Thema vegane Ernährung betrifft. Zum einen ist zu viel Fleisch, sind zu viele tierische Eiweiße natürlich nicht gesund. Sie können zu Herzkrankheiten oder auch Gelenkerkrankungen führen. Andererseits müssen sich Veganer auch vor Mangelerscheinungen schützen. Ernährungswissenschaftler warnen beispielsweise regelmäßig vor einem gefährlichen Mangel an Eisen, Kalzium und einigen lebensnotwendigen Fettsäuren, die vor allem durch tierische Eiweiße aufgenommen werden können. Ungesättigte Fettsäuren sind dabei zum Beispiel in Walnüssen, Leinsamen oder auch in Algen, zu finden. Oft greifen Veganer aber auch zu sogenannten Nahrungsergänzungsmitteln, um diese Defizite auszugleichen. Mediziner raten Veganern zudem dringend zu Leinoder Rapsöl, um sich mit wichtigen Omega-3-Fettsäuren zu versorgen.

Für Fleischesser steht dabei ja ohnehin die Frage, ob das Ganze dann überhaupt noch unbedingt den Namen Gans tragen muss, was da auf den weihnachtlich gedeckten Tisch kommt. Aber das ist ein anderes, ein leidiges Thema, abseits von Medizin und Ernährungswissenschaft.

JENS FRITZSCHE

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