Mal so gesagt… Eigentor

Mal so gesagt...

Am Dienstag war Frauentag und zu diesem Tag an sich gäbe es ja viel zu sagen. Rolle der Bedeutung, Rolle der Frau – Sie wissen schon. Was mich echt geärgert hat am 8. März war die Gewerkschaft ver.di mit ihrem Streikaufruf. Nicht dass ich was gegen streiken habe und es ist ja richtig, dass Forderungen auf diese Weise unterstrichen werden können. Richtig ist auch, wenn die Gewerkschaftsführer ihren Streik damit begründen, dass es überwiegend Frauen sind, die in der Kinderbetreuung, in der Sozialarbeit und in der Betreuung von Menschen mit Behinderung arbeiten und dafür mehr Geld und Anerkennung verdienen sollten. Aber es waren eben auch überwiegend die Frauen, die zwei Jahre lang pandemiebedingt Homeoffice, Homeschooling und ganz viel anderes Home zu bewältigen hatten, oft in Kurzarbeit und oft auch in der Ungewissheit, ob es überhaupt noch was wird mit dem früheren Job.

Und nun Streik am 8. März. Vier Tage, nachdem einige Lockerungen das Leben mit Corona gerade wieder etwas erträglicher machen sollen. Zum Beispiel dass Klassen und Kitagruppen nicht mehr komplett ins Homeschooling/-bespaßung müssen, sobald einige „positive“ Kinder im Team auftauchen. Wo also das normale Arbeitsleben gerade wieder losgehen kann, kommt am Frauentag ein Streiktag mit geschlossenen Einrichtungen. Ich finde das zynisch.

Carola Pönisch
poenisch.carola@ddvmediengruppe.de

1 Kommentar

  1. Nur ein einziges Mal möchte ich erleben, dass die Medien unterstützend über die Streiks der Kitas schreiben, mal in marode Schulen und Kindergärten gingen und sich mal ansehen, wie schön man da mit 26 Kindern pro Gruppe arbeiten kann – und die Auflagen erfüllen darf. Jetzt, da immer mehr Kinder mit nem besonderen Päckchen aus dem Lockdown kommen und wir immer weniger Personal haben. Ach, habt Ihr Euch das gar nicht durchgelesen? Darum ging es nämlich auch: Wege finden, damit der ErzieherInnenberuf attraktiv wird – Sympathie für Kinder allein reicht nämlich nicht: Unbezahlte Ausbildung (etwa 5 Jahre), unbezahlte Praktika, Schichtdienst, geringe Bezahlung,… Und da erlauben sich die ErzieherInnen einmal alle zwei Jahre zu streiken… Jaja, der Zeitpunkt ist ungünstig… Wann wäre er denn günstig? Sonntagvormittag? Immer die selbe Leier in den Medien: Es fehlt nur noch das Foto mit der alleinerziehenden Mutter nebst Kind vor verschlossener Kita… Dass wir lange Zeit unsere Masken selber nähen mussten, beim Impfen recht weit hinten eingestuft wurden und die Kinder über Monate hinweg mit allerlei Maßnahmen auch zu Hause begleitet haben, das es unangenehm ist, 25 Dreijährige zu testen oder wir täglich damit leben, dass Infizierte ihre Kinder dennoch in die Einrichtungen bringen, egal… Hauptsache, die armen Familien leiden nicht… Nur, wenn wir schlechte Arbeitsbedingungen für die Bildung der Ein- bis Zehnjährigen haben, wer leidet denn dann in 20 Jahren? Richtig, wir alle,… Aber egal. Jammert ihr mal über den Palaissommer und den Rathausneubau, während unsere Kita – ein Baus aus den frühen 80ern – aus Kostengründen die kommenden zehn Jahre unsaniert bleibt und wir u.a. deshalb kaum Personal bekommen, weil die Arbeitsbedingungen mies sind. Aber he, Hauptsache die Stadt bezahl die Betriebskosten von Dynamo Dresden… Ich kanns nicht mehr hören, echt!

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