Zoo gibt Artenschutz-Euro für Aras in Bolivien weiter

Von den weltweit 350 Papageien-Arten ist ein Drittel akut vom Aussterben bedroht, darunter auch die Blaulatz-Aras. Foto: pixabay

Seit Dezember 2018 zahlen Besucher des Zoo Dresden auf jedes reguläre Ticket einen Euro zusätzlich, der ausschließlich für Artenschutzprojekte verwendet wird. In diesem Jahr kommen die Zusatzeinnahmen den südamerikanischen Großpapageien zugute.

Fragt man Kinder, was ihnen im Zoo Dresden am besten gefällt, lautet die Antwort sehr oft: Die Papageien. Vor allen die Aras sind ein echtes Highlight – optisch ein Hingucker und akustisch beeindruckend.

Wurde bisher eine große Auswahl verschiedener Papageien gehalten, entschloss sich der Zoo im vergangenen Jahr zu einer Umstellung. „Der Fokus liegt nunmehr auf der Schwarmhaltung einer Art, da dies dem natürlichen Verhalten dieser und generell der meisten Papageien entspricht“, sagt Zoodirektor Karl-Heinz Ukena.

Umstellung auf Schwarmhaltung

Die Wahl fiel auf den Rotohrara, eine kleine Art aus den trockenen Dornbusch- und Kakteensavannen im zentralen Bolivien. Die Art ist akut vom Aussterben bedroht. Weniger als 300 Tiere sollen laut Weltnaturschutzunion IUCN weltweit noch in Freiheit leben. Außer dem Dresdner Zoo halten in Deutschland nur noch drei weitere Einrichtungen diese Papageien.

Zudem lebt ein Paar Blaulatzaras in der großen Flugvoliere. Optisch unterscheidet sich diese Art deutlich durch ihr blau-gelbes Federkleid von den rot-grünen Rotohraras. Mit nur 300 ausgewachsenen Tieren ist auch diese Papageienart akut vom Aussterben bedroht. In Deutschland halten acht Zoos die Vögel.

Artenschutz für diese Vögel in Bolivien

Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass ein Drittel der 350 bekannten Papageienarten in der Wildnis akut bedroht sind. Die Hauptursachen sind meist menschengemacht durch die Zerstörung und Umwandlung von Lebensräumen für urbane oder landwirtschaftliche Zwecke und den Wildtierhandel.

„Wir haben uns daher entschieden, unser Artenschutzengagement auf diese Vogelarten auszuweiten. Nach Recherche und Rücksprache mit Kollegen aus anderen Zoos haben wir in der Asociación Armonía einen Projektpartner gefunden, der sich für den Erhalt der Vogelwelt in Bolvien einsetzt“, so Ukena.

Die Asociación Armonía ist eine NGO (Non-Government-Organisation), die zusammen mit der lokalen und indigenen Bevölkerung landesweit Programme zum Schutz von Wildtieren und Lebensräumen startet und durchführt. Dazu gehören das Anbringen von Nisthilfen und Brutkästen, außerdem Forschung, Bildungs- und Aufklärungskampagnen in Medien und Schulen und die Etablierung alternativer Einnahmequellen für die Bevölkerung, um beispielsweise Wildtierhandel zu unterbinden.

Mehr zum Artenschutz-Euro erfahren Sie hier

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