Sachsenforst warnt vor hoher Waldbrandgefahr am Wochenende

Höchste Waldbrandstufe in Teilen Sachsens
Foto: Jens Wolf/Archiv

Die erste große Hitzewelle des Jahres treibt auch die Waldbrandgefahr in die Höhe. Hitze, ausbleibender Regen und Wind trocknen die Wälder aus.

In allen nördlichen Gebieten von Sachsen wird am Wochenende die höchste Waldbrandgefahrenstufe (sehr hohe Gefahr) erwartet, in den übrigen Teilen eine hohe Gefahr (Stufe 4). Selbst im Erzgebirge wird eine mittlere Waldbrandgefahr prognostiziert, welche bereits zu vorsichtigem Verhalten mahnt. Denn die Langzeitstatistik zeigt: Menschen sind für mindestens zwei Drittel der Waldbrände in Sachsen verantwortlich.

Forstminister Wolfram Günther: „Wir erleben erneut extreme Trockenheit und große Hitze. Die Klimakrise greift Sachsens Wälder an. Nach dem massiven Borkenkäferbefall drohen durch die Hitze in den kommenden Tagen nun auch Waldbrände. Dem Wald fehlen seit Wochen Niederschläge. Die hohen Temperaturen sorgen für zusätzliche Verdunstung und Trockenheit. Die Gefahr für Waldbrände ist deutlich gestiegen. Ich habe die dringende Bitte an die Besucherinnen und Besucher, sich verantwortungsvoll zu verhalten, im Wald nicht zu rauchen, kein Feuer zu machen und nur auf ausgewiesenen Parkplätzen zu parken. In den besonders waldbrandgefährdeten Gebieten sollten die Bürgerinnen und Bürger erwägen, von einem Waldbesuch an diesem Wochenende abzusehen.“ Der Minister wies darauf hin, dass die Landkreise bei den Waldbrandgefahrenstufen 4 und 5 Einschränkungen für das Betreten des Waldes verfügen können.

Mehr als die Hälfte der Waldbrände vom Menschen verursacht

Der durchschnittliche Waldbrand in Sachsen findet an einem Sonntag im Juli zwischen 15 und 16 Uhr statt, umfasst eine Fläche von 0,9 Hektar und wurde fahrlässig von Menschen verursacht. Das zeigt ein Blick auf die Daten zu Waldbränden in Sachsen seit 1990. Der Einflussfaktor Mensch wird dabei deutlich:

  • Sonntags genießen viele Menschen die wohltuende Erholung im Wald. Das erhöht auch die Gefahr für Waldbrände, wenn Menschen unvorsichtig sind. Aber auch an allen anderen Wochentagen treten regelmäßig Waldbrände auf.
  • Nur 4 % der Waldbrände werden nachweislich durch natürliche Faktoren wie Blitzschlag verursacht. 52 % der Brände hingegen können auf fahrlässiges Verhalten zurückgeführt werden, 15 % auf Vorsatz. In den übrigen Fällen konnte die Ursache nicht geklärt werden.
  • Am Nachmittag sind die Temperaturen am höchsten. 53 % der Waldbrände fallen in den Zeitraum von 13 bis 18 Uhr.
  • „Waldbrandsaison“ ist von März bis Oktober: 91 % der Brände wurden in diesen Monaten registriert.
  • Die brennenden Waldflächen haben sehr unterschiedliche Größen. Die meisten Brände sind Dank einer schnellen Löschung deutlich kleiner als einen halben Hektar. Die wenigen großen Waldbrände erhöhen die durchschnittliche Brandfläche auf 0,9 Hektar.
  • Im Durchschnitt brennt es jedes Jahr 103 Mal in Sachsen. Die meisten Waldbrände wurden 1992 gemeldet. Damals brannte es 299 Mal in Sachsens Wäldern. Es war auch das Jahr mit dem größten Waldbrand in Sachsen. Rund 1.000 Hektar Wald wurden bei der Brandkatastrophe bei Weißwasser auf sächsischem Territorium vernichtet.

Richtiges Verhalten kann Waldbrände verhindern

Dabei können die meisten Waldbrände durch das Einhalten einiger einfacher Regeln verhindert werden:

  • Kein offenes Feuer im und in der Nähe von Wald − In Sachsen ist der Umgang mit offenem Feuer im Wald und in dessen Nähe (bis in 100 Meter Entfernung) grundsätzlich ganzjährig verboten. Darunter fallen unter anderem das Rauchen und Grillen sowie das Zünden von Lagerfeuern.
  • Nicht auf trockener Vegetation parken − Neben offenem Feuer gehen auch Gefahren durch aufgeheizte Katalysatoren von abgestellten Fahrzeugen auf trockener Bodenvegetation aus.
  • Zufahrten freihalten − Die Zufahrtswege zu Waldgebieten müssen für Rettungsfahrzeuge freigehalten werden.
  • Notruf absetzen − Wer einen Waldbrand entdeckt, ist verpflichtet, unverzüglich einen Notruf abzusetzen. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr kann eine weitere Ausbreitung von Waldbränden in den meisten Fällen effektiv verhindert werden.
  • Örtliche Regelungen beachten − Bei den Waldbrandgefahrenstufen 4 und 5 ist große Vorsicht bei Waldbesuchen geboten. Im Zweifel sollte lieber auch mal auf einen Waldbesuch verzichtet werden. Die Landkreise und kreisfreien Städte können in diesen Fällen den Zugang zu den Wäldern auch beschränken oder den Wald sperren.

Alle Informationen zur aktuellen Waldbrandgefahr und dem richtigen Verhalten stehen in der mobilen App „Waldbrandgefahr Sachsen“ (Download: Android | iOS) von Sachsenforst schnell, unkompliziert und kostenlos zur Verfügung. Über die integrierte Notruf- und Standort-Funktion kann jeder einen aktiven Beitrag zum Waldbrandschutz und zu seiner Sicherheit leisten. Dank der GPS-gestützten Standortermittlung sind die exakte Position des Brandortes und der nächstgelegene Rettungspunkt im Wald leicht zu ermitteln.

Sachsenforst und der Deutsche Wetterdienst informieren auf sachsenforst.de täglich über die aktuellen Waldbrandgefahrenstufen sowie die Prognose für die drei Folgetage.

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