Mehr Lebensqualität: Schmerzbehandlung in Sachsen

Schmerzbehandlung in Sachsen
Wettinquelle-Trinkkur im Heilbad im Vogtland. // Bildquelle: Bob via pixabay

Beim Thema Schmerzbehandlung denken viele vermutlich zuerst an einen unangenehmen Besuch bei der Zahnärztin oder dem Zahnarzt, vielleicht auch an die Physiotherapie oder einen Krankenhausaufenthalt. Aber das deckt nur einen Teil der ganzheitlichen Behandlungsmöglichkeiten ab. Der Körper ist ein komplexes System, das hin und wieder auf allen Ebenen zurück in Balance gebracht werden möchte. Und dafür bietet Sachsen zahlreiche Wege!

Zur Schmerzlinderung: Radontherapie

Beim Thema Schmerzbehandlung in Sachsen darf sie nicht fehlen: die Radontherapie der Sächsischen Staatsbäder in Bad Brambach. Ein Konzept, das so einigen Leserinnen und Lesern womöglich neu scheint, aber in Wahrheit bereits über einhundert Jahre alt ist. Das Heilbad im Vogtland hat Tradition: Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist es bekannt für seine Wettinquelle – die das stärkste Radonvorkommen der Welt aufweist. Das Königliche Sächsische Ministerium des Innern erklärte sie 1914 offiziell zur Heilquelle.

Das flüchtige Edelgas zeigt sich als förderlich für die Gesundheit. So wird Radon heute als Trink- und Badekur gegen Schmerzen und Entzündungen eingesetzt. Wenn Radon im Körper in seine Bestandteile zerfällt, setzen diese Energie frei, die den Stoffwechsel, das Immunsystem und die Selbstheilungsprozesse im Körper anstößt. Richtig dosiert, verhilft Radon Erkrankten zu mehr Lebensqualität. Es lindert nachweislich Schmerzen, weshalb weniger Medikamente nötig sind.

Für die Schmerztherapie mit Radon benötigt man als Gast die Unbedenklichkeitsbescheinigung eines Arztes bzw. einer Ärztin. Diese kann man sich vor Ort durch einen Badearzt bzw. vor Anreise vom Hausarzt ausstellen lassen.

Indikationen – wann ist eine Radonkur sinnvoll:

  • Morbus Bechterew (Spondylitis ancylosans)
  • Rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis, Gelenkrheuma)
  • Polymyalgia rheumatika (Weichteilrheumatismus)
  • durch erhöhte Harnsäure im Blut bedingte Arthritis urica (Gicht)
  • bei Schuppenflechte auftretende Psoriasis Arthritis
  • durch Spastik und Zerstörung von Nervengewebe geprägte Multiple Sklerose
  • chronische Bronchitis
  • durch Abnutzung und Verschleiß verursachte Arthrosen in Hüft-, Knie-, Finger- und Wirbelkörpergelenken
  • Bandscheibenschäden
  • Fibromyalgie (nicht entzündlicher Weichteilrheumatismus)
  • Osteoporose (durch Hormonmangel und regelmäßige Einnahme von Cortison)
  • chronische Folgen von Unfall- und Sportverletzungen

Die Radontherapie bieten die Sächsischen Staatsbäder traditionell in Form von Bädern und als Trinktherapie an. In Bad Brambach besteht als einzigem Heilbad in Europa  zugleich die Möglichkeit, Radon als Inhalation und Spülung zu nutzen. Welche Behandlung infrage kommt, klären die ausgebildeten Badeärzte und -ärztinnen vor Ort individuell ab. Ergänzend dazu können Schmerzgeplagte mit Physiotherapie, Bewegungs- und Entspannungsangeboten, Aufenthalten in der Bade- und Saunalandschaft sowie Spaziergängen durch die historischen Kurparkanlagen des idyllischen Heilbades zu neuer Lebensqualität finden.

Für die Durchblutung: Kälte-Wärme-Therapie im Schneeraum -10°C

Sebastian Kneipp hat vor fast 200 Jahren die Hydrotherapie wiederaufleben lassen. Ob Wechselduschen, ein Bad im eisigen Meer oder das gezielte Übergießen von bestimmten Körperteilen mit kaltem Wasser – das flüssige Element in Verbindung mit Wärme und Kälte hat viele positive Auswirkungen auf den Organismus.

Eine Besonderheit im Angebot stellt die Kälte-Wärme-Therapie dar, die den Aufenthalt in einem -10°C kalten Schneeraum im Wechsel mit Wärmeanwendungen verbindet. Das Zusammenspiel von Kälte und Wärme stimuliert das Immunsystem und trägt zur Schmerzlinderung bei.

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