Nicht verzagen, Trainer fragen

schueler in der dawo
Foto: privat

Ein Tag im Leben einer Schülerin des Sportgymnasiums…

5.30 Uhr am Morgen. Für mich als Fechterin und auch für viele andere von uns beginnt jetzt der Tag. Montags, mittwochs und donnerstags geht es für mich 7.30 Uhr als allererstes zum Fechtunterricht. Da dieser zur Schule gehört und bewertet wird, fließt er zu 50 Prozent in unsere Sportunterrichtsnote auf dem Zeugnis ein.

Zehn Uhr geht es mit der Bahn in die Schule. Dort habe ich ganz normal Deutsch, Mathe oder auch Gemeinschaftskunde, so wie jeder andere Schüler einer „normalen“ Schule. Meine längsten 9-Stunden- Schultage gehen bis 15:40 Uhr. Anschließend habe ich erst einmal noch sehr viel Zeit bis zum Training, meist mehrere Stunden. Bei den Einheiten am Abend bekommt unser Trainer Unterstützung von weiteren Übungsleitern. Denn jetzt sind es nicht mehr nur wir Leistungssportler, sondern es kommen auch noch einige Hobbysportler dazu, mit denen wir dann trainieren. 20 Uhr ist das Training dann vorbei. Ich fühle mich ausgepowert, aber gut. Ab nach Hause! Zeit mit meiner Familie habe ich leider so spät abends nicht mehr, vor allem meinen jüngeren Bruder sehe ich an so langen Tagen gar nicht. Ich esse dann, manchmal allein in meinem Zimmer, Abendbrot und telefoniere mit einer Freundin, weil ich weiß, dass es ihr gerade auch so geht. Eigentlich gehe ich dann auch immer gleich ins Bett. Nach so einem langen Tag bin ich verständlicherweise sehr müde und freue mich, wenn ich schlafen kann.

Ich wusste schon, bevor ich auf diese Schule gewechselt bin, dass meine Tagesabläufe dadurch sehr beeinflusst werden und dass wahrscheinlich sehr wenig Zeit für mich und meine anderen Interessen bleibt. Trotzdem habe ich mich darauf eingelassen. Seit einem Jahr bin ich jetzt schon am Sportgymnasium und die Zeit verging wie im Flug: Immer und immer wieder dieselben Tagesund Wochenabläufe und die Wochenenden sind durch Wettkämpfe und Ähnliches belegt. Es ist aber genau das, was ich liebe. Ich gehe trotzdem immer gern zum Training und komme vor allem immer mit einem Lächeln wieder heraus. Durch den Stress habe ich aber auch eine ziemlich schwere Zeit hinter mir, in der ich meine Zweifel hatte. Nicht nur durch die Hilfe meiner Freunde und Familie habe ich das aber gut bewältigt, sondern vor allem durch meine Trainer. Ich wusste immer, dass sie hinter mir stehen, mir den Rücken stärken, wenn es mir nicht gut geht und dass ich mit ihnen reden kann. Dafür bin ich sehr dankbar. Danke, dass ihr immer für mich da seid. Die Fechtgemeinschaft ist für mich wie eine zweite Familie. Hier kann ich so sein, wie ich bin und es ist für mich ein toller Rückzugsort, wo viele Menschen sind, die ich gern habe.

Mittlerweile bereue ich überhaupt nichts mehr. Ich möchte jedem Mut machen, der sich vielleicht im Moment nicht traut, jedem, der denkt er wäre zu schlecht für irgendetwas und würde es nicht schaffen und vor allem jedem Mut machen, an dem andere zweifeln. Eins hilft auf jeden Fall immer: Nicht verzagen, Trainer fragen!

Geschrieben von Anna


Wie entsteht eigentlich eine Zeitung? Wie viele Mitarbeitende braucht es dafür ? Was sind Ressorts? Wie entsteht ein Beitrag? Um das herauszufinden, besuchten Schüler des Dresdner Sportgymansiums kürzlich das Haus der Presse, in dem neben der Sächsischen Zeitung auch die Morgenpost, die Wochenzeitung DAWO sowie TAG24 und sächsische.de entstehen. Im daran anschließenden Unterricht befassten sie sich weiter mit dem Thema, suchten sich eigenständige Themen und schrieben dazu eigene Beiträge. Zum Beispiel über „ihre“ Sportarten, den damit verbundenen Trainingsalltag, über einen ganz normalen Tag in ihrer Schule, aber auch über ihre Eindrücke beim Besuch im Haus der Presse.

Die gesamte Ausgabe können Sie entweder in der gedruckten Zeitung vom 24. September 2022 oder in unserer E-Paper-Ausgabe lesen. Alle Artikel können Sie im Laufe der nächsten Tage auch unter dawo-dresden.de/schueler-in-der-dawo

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