Starker Anstieg von Atemwegserkrankungen in Sachsen

Krankschreibung
Es gibt immer mehr Krankschreibungen wegen Atemwegsinfektionen. // Symbolfoto: Archiv

Atemwegserkrankungen führen inzwischen wieder zu deutlich mehr Krankschreibungen. Das ergibt eine Auswertung der BARMER Krankenkassen.

Erkrankungen der Atemwege treiben aktuell die Krankschreibungen von Beschäftigten in Sachsen deutlich in die Höhe. Das geht aus einer aktuellen Analyse des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg) hervor. Die Krankschreibungen wegen Atemwegserkrankungen wie Corona, Grippe oder Erkältungen sind nach einer Auswertung der BARMER im Freistaat zuletzt stark gestiegen. Auf 10.000 Krankengeld-Anspruchsberechtigte kamen in der 40. Kalenderwoche (2. Oktober bis 8. Oktober) rund 470 Krankschreibungen wegen Atemwegserkrankungen. Damit hat sich die Betroffenenanzahl im Vergleich zu Anfang September in Sachsen mehr als verdoppelt. In der Kalenderwoche 35 (28. bis 3. September) lag der Wert noch bei rund 206 Krankgeschriebenen je 10.000 Versicherten mit Krankengeldanspruch. Mehr als ein Drittel der Versicherten sei laut der Auswertung zuletzt wegen Corona krankgeschrieben. In der Kalenderwoche 40 zählte die BARMER 134 Fälle je 10.000 Krankengeld-Anspruchsberechtigten. Bis zur 38. Kalenderwoche hatte die Fallzahl noch bei unter 100 je 10.000 gelegen.

Grippe derzeit unter Kontrolle – Immunisierung bietet wichtigen Schutz

Die Hygiene-Maßnahmen zum Infektionsschutz haben eine Grippewelle bisher weitgehend verhindert. Auf 10.000 Krankengeld-Anspruchsberechtigte kamen in der 40. Kalenderwoche 2022 rund vier Krankschreibungen wegen Grippe. Im März des Grippe-Rekordjahres 2018 gab es dagegen unter den sächsischen BARMER-Versicherten mehr als 100 neue Krankmeldungen pro Woche wegen Grippeinfektionen. „Es gibt keine Garantie, dass die Erkrankungsrate auch in dieser Grippesaison so niedrig bleibt. Lockerungen der Hygiene-Regeln und vermehrte Aufenthalte in geschlossenen Innenräumen könnten wieder zu mehr Grippeinfektionen führen. Dies gilt umso mehr, wenn nur wenige Menschen gegen Grippe geimpft sind“, sagt Martin Morawietz, Regionalgeschäftsführer der BARMER in Dresden. Personen, die täglich mit vielen Personen Kontakt hätten, Seniorinnen und Senioren, chronisch Kranke und auch Schwangere, sollten den zusätzlichen Schutz in Anspruch nehmen. Die Immunisierung trage außerdem dazu bei, eine wellenartige Ausbreitung der Grippe weiterhin zu verhindern.

Hochwirksamer Impfstoff für Menschen ab 60

„Insbesondere Menschen, die wegen einer Vorerkrankung oder fortgeschrittenen Alters zu einer Risikogruppe gehören, empfehle ich, jetzt auch an die Grippeimpfung zu denken. Der zusätzliche Schutz bietet nicht nur ein gutes Gefühl für einen selbst, sondern auch für nahestehende Personen“, so Morawietz. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfehle für Menschen ab 60 Jahren erneut die Impfung mit einem Hochdosis-Impfstoff, der durch eine vierfach erhöhte Antigenmenge eine besonders hohe Schutzwirkung entfalte. Allen Jüngeren biete der konventionelle Grippe-Impfstoff guten Schutz vor einer Infektion. Die BARMER übernehme die Kosten der Grippeimpfung für alle Versicherten, sagt Morawietz.


Weitere Informationen zu Krankschreibungen durch Atemwegserkrankungen finden Sie unter: www.bifg.de

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.