Dresdner Denkmalbesitzer fotografiert

Mutter und Sohn Schulz vor einem der Gartenhäuschen auf ihrem Grundstück in Dresden-Friedrichstadt, auf dem Ludwig Richter geboren wurde Foto: Christine Starke

Ludwig Richter kam 1803 in einem Friedrichstädter Gartenhaus zur Welt. Der Maler und Grafiker der Biedermeierzeitging mit seinen beschaulichen Illustrationen in die Geschichte ein, bis heute erinnert ein Denkmal auf der Brühlschen Terrasse an ihn, an der Seite „seiner“ Blumenstreukinder zieht der „Pinselfürst“ im Fürstenzug am Dresdner Schloss mit.
Eine Tafel hängt an seinem Geburtshaus, das unter Denkmalschutz steht. Das Grundstück gehört Familie Schulz, die es in dritter Generation bewohnt und bewahrt mit viel Liebe und Feingefühl.
„Hinter jedem Gebäude stehen Eigentümer, die sich darum kümmern, dass die Substanz erhalten und das Erscheinungsbild bewahrt wird“, ist Ulrich Hübner vom Denkmalschutzamt diesen Menschen und ihrem Einsatz dankbar. Um solche lobenswerten Beispiele einmal einer breiteren Öffentlichkeit zu zeigen, hat er sie gemeinsam mit der Dresdner Fotografin Christine Starke besucht. Entstanden sind bleibende sozialdokumentarische Schwarz-weiß-Aufnahmen mit der Plattenkamera und Texte, die von der Beziehungsgeschichte unterschiedlichster Orte und der sich um sie kümmernden Menschen erzählen: Der Architekt Tille, der nach der Wende vom Mieter zum Hauskäufer wurde, der Künstler Grotegut, der Lust auf alte Baustoffe hat, der Verein, der das zschonergrundbad zum Leben erweckt hat. „Kulturdenkmale und ihre Eigentümer“ heißt die eintrittsfreie Ausstellung im Kulturrathaus.
Dieses füllten zur Eröffnung rund 150 Gäste. Kunsthistoriker Hübner, überrascht von der Resonanz, meint: „Sie zeigt, dass professionelle Fotografie, die unseren Kindern davon erzählt, wie wir gelebt haben, vielen Besuchern näher liegt als abstrakte Kunst. Menschen sind neugierig, beobachten gern aus der Distanz andere Menschen in deren Lebensumwelt.“  Una Giesecke

bis 8. Juli, Königstr. 15, Mo. – Do., 9 – 18 Uhr, Fr., 9–16 Uhr

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