Auf zur Igel-Stadtpartie: in Dresdens neue Mitte

Michael Böttger zeigt historische Fotos vor dem heutigen Umweltzentrum in der Schützengasse, das nach der Flut 2002 saniert wurde und 2016 sein 20-Jähriges feiert.

Die einstige Wilsdruffer Vorstadt wandelt sich in atemberaubendem Tempo. Im ehemaligen Kraftwerk Mitte wächst der neue Standort für Operette und Theater Junge Generation, die im Dezember dieses Jahres eröffnen werden. Weitere Mieter wie die städtische Musikschule, die Puppentheatersammlung oder die Stiftung Weiterdenken folgen. Bereits heute nutzen Musikstudenten Proberäume im neuen Kulturkraftwerk.
Die Hochschule für Musik selbst hat neben ihrem Hauptgebäude am Wettiner Platz einen modernen Anbau mit Konzertsaal und Bibliothek erhalten. Und zwar dort, wo in der Schützengasse gegenüber das Umweltzentrum mit der beliebten Ökokneipe Brennnessel im jahrhundertealten Gemäuer mit naturbelassener Streuobstwiese hinterm Haus seinen Sitz hat.
All dies und eine „Reichtumsuhr“, den neuen Erholungspark anstelle der zerstörten Jacobikirche auf dem Wettiner Platz und mehr zeigt Michael Böttger auf seinem Gang durch „Dresdens neue Mitte“ den interessierten Igeltour-Teilnehmern.
So auch das jetzige Sozialkaufhaus, in den Achtzigern Volkseigener Betrieb (VEB) Energiebau, das einem Karree mit Eigentumswohnungen weichen soll. Dahinter entwickeln sich der Schützenplatz und die Adresse An der Herzogin Garten zu einer hochwertigen Wohngegend.

Exotik und Luxus

Letzteres gründet auf dem Gelände der Orangerie von 1841, das schon zu August des Starken Zeiten der Aufnahme und Zucht exotischer Pflanzen diente. Ob das historische Gebäude als Kammermusiksaal oder ebenfalls Wohngebäude wiederentsteht, ist noch unentschieden.
„Klar hingegen ist“, sagt Michael Böttger, „dass bereits 2017 der Baustelle über 300 Luxuswohnungen mit einem Gourmetrestaurant des Fernseh-Kochs Gerd Kastenmeiers gewichen sein werden.“
Der insgesamt zweistündige Rundgang führt unter anderem zum Haus der Presse. „Hier ist noch Platz, zum Beispiel für eine künftige Kunstmeile“, erklärt der Tourenleiter. Zum Schluss öffnet sich das Panorama von der Elbterrasse des Kongresszentrums auf die Stadtsilhouette. Una Giesecke

Ein Gitter im Boden erinnert an die Bombennacht vom 13. Februar 1945. Foto: Una Giesecke
Ein Gitter im Boden erinnert an die Bombennacht vom 13. Februar 1945. Foto: Una Giesecke
Noch wünschen sich auf der künftigen Kunstmeile hinterm Haus der Presse Fuchs und Hase gute Nacht. Foto: Una Giesecke
Noch wünschen sich auf der künftigen Kunstmeile hinterm Haus der Presse Fuchs und Hase gute Nacht. Foto: Una Giesecke

Termine:

am 18. Juni um 14 Uhr sowie am 18.9. und 12.11., jeweils um 11 Uhr ab Wettiner Platz/Infotafel zur Jacobikirche, Karten á 8/6 Euro ohne Anmeldung am Treff

Igeltour, Löwenstr. 11/Zugang Bautzner Str. 46b, Mo. bis Do., 10 bis 16 Uhr, Fr., 10 bis 14 Uhr,
Tel. 0351 8044557, www.igeltour-dresden.de

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