Fahrräder für Flüchtlinge gesucht

Übergabe im Flüchtlingsheim Katharinenstraße Foto: Una Giesecke

Wer ein gebrauchsfähiges Fahrrad abzugeben hat, ist in der Dresdner Katharinenstraße 9 gern gesehen. In dem Flüchtlingsheim der Diakonie in der Äußeren Neustadt nimmt der 24-Stunden-Sicherheitsdienst derartige Spenden gern entgegen.
„Allerdings müssen die Räder in Ordnung sein und verkehrstauglich, Geld fürs Reparieren haben wir nicht“, sagt Heimleiterin Elvira Ploß. Die Selbsthilfewerkstatt ist zwar gleich nebenan, „aber auch die kostet ja etwas.“
Mit vier Stück ist der Anfang gemacht, heute nahm die Hausmutter der 47 Männer aus 13 Nationen die ersten Räder entgegen. Übergeben wurden sie von Matthias Imhoff, Leiter des Polizeireviers Dresden-Nord. Die sichergestellten und von der Staatsanwaltschaft für gemeinnützige Zwecke freigegebenen Fahrräder sind codiert und können ab sofort von den Heimbewohnern ausgeliehen werden. Damit haben die Männer die kleinere Hürde genommen, um in Dresden auf ihren Behördengängen ohne Auto mobil zu sein.
Schwieriger ist es für viele, sich sicher im Sattel zu halten. „Wir haben ihnen das Radfahren im Innenhof beigebracht“, erzählt Elvira Ploß von zahllosen Übungsstunden. Stolz drehen drei Männer für die Presse eine Vorführrunde.
Das größte Hindernis allerdings stellt die Theorie dar, berichtet Steffen Wündrich. Der Polizeihauptmeister  leitet regelmäßige Verkehrsschulungen im Ortsamt Neustadt. „Dass es hierzulande von Vorteil ist, bei Rot stehen zu bleiben“, sei eine der Regeln, die Neuankömmlinge auch für ihre eigene Sicherheit erst einmal verinnerlichen müssten. „Viele Verkehrszeichen sind den Teilnehmern aus ihrer Heimat unbekannt.“

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