Stollenprüfer lassen Dresdner mitprobieren

Öffentliche Stollenprüfung in der Altmarkt-Galerie Dresden Foto: Una Giesecke

Im Gegensatz zum zeitgleich stattfindenden augenzwinkernd-fröhlichen Faschingsauftakt am 11.11. um 11.11 Uhr vor dem Dresdner Rathaus blieben die Gesichter bei der ebenfalls öffentlichen Stollenprüfung in Dresden bierernst. Zum Saisonstart in der Altmarkt-Galerie roch, kaute und schluckte die unabhängige Fachjury im Auftrag des Schutzverbandes Dresdner Stollen mit strengem Blick  stundenlang die einzelnen zur Prüfung eingereichten Kostproben der Dresdner Traditionsbäcker und -konditoren.
Das umstehende Publikum nahm es freudiger, kostete kräftig mit und ließ sich nebenbei allerlei Winke und Kniffe von den Experten erklären. Kühl und trocken soll er aufbewahrt werden, erklärte der Moderator am Mikrofon, während die Juroren ihre jeweilige Bewertung – maximal 5,0 war erreichbar – hochhielten. „Acht bis zwölf Grad braucht das Gebäck“, präzisiert Rico Uhlig, Obermeister der Bäckerinnung Dresden, „so wie früher im unbeheizten Schlafzimmer.“ Viele Keller seien heute oft zu feucht oder zu warm. „Im Kühlschrank sollte man den Stollen in der Originalverpackung lassen“, rät der Innungsvorstand. Sowohl Karton als auch Blechdose und Alufolie sind unbedenklich. „Bei Plastikbeuteln ist darauf zu achten, dass sie atmungsaktiv sind.“
Einen weiteren hilfreichen Tipp zum Anschneiden gab der Moderator den Anwesenden mit: „Teilen Sie den Stollen in der Mitte und schieben Sie die Anschnittflächen der Laibe zum Verpacken wieder zusammen.“ So könne das Weihnachtsgebäck nicht so schnell austrocknen.
Noch weitere 16 Tage lang wird nun hinter verschlossenen Türen weiterprobiert, getestet und bewertet. Haben die Stollen in punkto Geschmack, Geruch und Aussehen die Kontrolle der Kommission bestanden, erhalten sie das begehrte Siegel und gehen als Dresdner Christstollen weltweit in den Verkauf.

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