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In Dresden passieren die meisten Radunfälle

Durchgehende Radwege wie der neu markierte an der Todeskreuzung Bautzner/Ecke Rothenburger Straße sind noch selten in Dresden. Foto: Una Giesecke

Dresden führt deutschlandweit die traurige Statistik der Radunfälle an. Mit 300 Unfallschwerpunkten in der Stadt, über 150 Schwerverletzten und drei Toten pro Jahr hängt Sachsens Hauptstadt vergleichbaren Kommunen deutlich hinterher. Während Leipzig im vergangenen Jahrzehnt ein Radverkehrskonzept umgesetzt hat, womit sowohl der Anteil der Radfahrer als auch deren Sicherheit gestiegen ist, stagniert die Entwicklung in Dresden.
Nun fordert der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Dresden die Entschärfung der Unfallgefahren. Allerorten sind Radwege verstellt, unterbrochen, enden vor Kreuzungen, führen in Nichts.
Am Geld liegt es dabei nicht. Richtliniengemäße Markierungen oder Bordsteinabsenkungen sind preisgünstig machbar. In der Regel fördert der Bund dies bis zu 90 Prozent. „Nur 1,5 Millionen Euro Eigenmittel pro Jahr wären für die Einwerbung nötig“, machen Rolf Leonhardt und Nils Larsen vom sächsischen und Dresdner ADFC-Vorstand deutlich.
Doch für die Umsetzung braucht es ein wenig Hirnschmalz, so Larsen, sprich: Fachleute, die dies planen. Während in Frankfurt am Main allein in der Straßenverkehrsbehörde fünf Leute ausschließlich für den Radverkehr zuständig sind, beschäftigt das Dresdner Stadtplanungsamt momentan die einzige Radverantwortliche vertretungsbedingt auch noch artfremd.
Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain sieht klar den Aufholbedarf Dresdens in punkto Modernität, im März wird der Stadtrat über das neue Radverkehrskonzept abstimmen. Für den bereits im Dezember zu beschließenden Doppelhaushalt 2017/18 hatte er sechs Planerstellen vorgesehen. Keine davon hat den Rotstift überlebt.
Der ADFC fordert nun:
– ein Sofortprogramm, wie es das Gesetz vorschreibt, für alle 300 Unfallschwerpunkte;
– zehn Planerstellen für Fußgänger-, Radfahrer- und Schulwegesicherheit;
– die von der Verwaltung herausgenommenen zeitlich konkreten Verbindlichkeiten im Radverkehrskonzept wieder hineinzuschreiben.

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