Bruderschaften im spätmittelalterlichen Dresden

Das Franziskanerkloster der Barfüßermönche, Ansicht im 16. Jahrhundert. (Foto: Stadtarchiv Dresden)
Das Franziskanerkloster der Barfüßermönche, Ansicht im 16. Jahrhundert. (Foto: Stadtarchiv Dresden)

Das Stadtarchiv Dresden lädt am Donnerstag, 22. März 2018, 18 Uhr, zum Vortrag von Historiker Christian Ranacher zum Thema „Erlösung für die gequälten Seelen? Bruderschaften im spätmittelalterlichen Dresden“ ein. Der Eintritt ist kostenfrei.
Im späten Mittelalter war der Tod allgegenwärtig und die Sorge der Menschen um ihr Seelenheil groß. Zahlreich sind allein die Darstellungen, die den Zeitgenossen vor Augen führten, dass ihnen nach dem Tod eine ungewisse Verweildauer im Fegefeuer bevorstand. Ein „guter Tod“ war daher für die Zeitgenossen entscheidend.
Während die Menschen heute darunter wohl vor allem einen Tod ohne Schmerzen verstehen, bedeutete es für die Menschen des Mittelalters, einen vorbereiteten Tod zu sterben. Angesichts der gerade in den Jahrzehnten um 1500 immens gesteigerten Angst vor den Höllenqualen im Fegefeuer war es wichtig, bereits zu Lebzeiten Maßnahmen zu ergreifen, um diese Zeit abzukürzen. Zusehends schlossen sich sowohl Geistliche als auch Laien zu religiösen Bruderschaften zusammen, um gemeinsam für das Heil ihrer Seelen vorzusorgen. Eindrücklich heißt es in einem Dresdner Testament von 1456: „Zuallererst bekommt die Bruderschaft der Heiligen Dreifaltigkeit 900 Groschen. Jedes Jahr, bis zum Jüngsten Tag, soll sie für uns beten – zum Trost unserer Seelen.“
Boten diese religiösen Vereinigungen, von denen es im spätmittelalterlichen Dresden mehrere gab, also Hoffnung? Boten sie Erlösung für die Gläubigen oder deren gequälte Seelen? Überhaupt: Wie war eine solche Bruderschaft organisiert und was taten die Mitglieder für ihr Seelenheil? Am Fallbeispiel der Stadt Dresden wird der Vortrag diesen Fragen nachgehen.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Fachausstellung „Verborgene Geschichte(n) aus dem Stadtarchiv“ statt. Christian Ranacher ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte der TU Dresden und Mitautor der Publikation „in civitate nostra Dreseden“. Die Publikation zum Thema ist nach dem Vortrag für 35 Euro erhältlich.

Stadtarchiv Dresden, „Erlösung für die gequälten Seelen? Bruderschaften im spätmittelalterlichen Dresden“, 
22. März, 18 Uhr, Eintritt frei

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