Richtfest am ehemaligen Bahnhofshotel in Langebrück – „Hennigs Restauration“ wird Wohn- und Geschäftshaus

Richtfest mit Bauleuten und Anwohnern an der neuen "Hennings Restauration". // Foto: PR

Vergangene Woche haben Bauleute und Anwohner in Langebrück Richtfest an einem der wichtigsten und traditionsreichsten Gebäude des Heideortes gefeiert. Das ehemalige Bahnhofshotel erwacht nach jahrelangem Leerstand und Verfall zu neuem Leben. Fast ein bisschen unbemerkt von der Öffentlichkeit dreht sich seit einigen Monaten der Kran und der Baufortschritt ist inzwischen deutlich zu erkennen. Seit 2002 stand das Haus leer. Bald wird es nun im alten Glanz neu erstrahlen – sogar mit dem zu DDR-Zeiten abgebauten markanten Türmchen.

„Hennings Restauration“

„Hennings Restauration“ um 1900 // Repro: PR

Das Bahnhofshotel gehört zu den ältesten Gebäuden Langebrück. Sein Vorläuferbau wurde im November 1845 parallel zur Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke eröffnet und war seinerzeit die erste Einkehrstätte im oberen Dorf. Bauherr war Christoph Grossmann. Ihm folgte sein Schwiegersohn Carl Heinrich Hennig und in der Folge hieß die Lokalität „Hennigs Restauration“. Unter diesem Namen ist das Bahnhofshotel älteren Langebrückern noch bekannt. Rund 50 Jahre nach der Eröffnung musste das erste Gebäude bereits wieder weichen – es genügte den Anforderungen der Zeit nicht mehr und 1898, also genau vor 120 Jahren eröffnete das zweite, viel größere und modernere Haus in der Gestalt, wie man sie aus Geschichtsbüchern und von Postkarten kennt.

Einer der beliebtesten Orte in Langebrück

Über Generationen erfreute sich „Hennigs Restauration“ großer Beliebtheit und erlebte in der Blütezeit der Ausflugskultur bis in die 30iger Jahre seine besten Tage. Vis á vis vom Bahnhof gelegen, war es erster Anlaufpunkt für Reisende und Ausflügler und selbst der sächsische König Friedrich August kehrte hier ein. Nach dem Krieg wurde es unruhiger und unterschiedliche Nutzungen ließen peu á peu den alten Glanz verstauben. HO-Lebensmittelgeschäft, Textilladen, eine Feuerwache im Türmchen und Versammlungsort, so lauteten die Nutzungen. Durch den Einbau von Dachwohnungen in den Siebziger Jahren wurde die einstige Architektur in Mitleidenschaft gezogen. Nach der Wende war das Gebäude Standort der Gemeindebibliothek. Seit 2002 steht das markante Anwesen an der Dresdner Straße leer.

Neuanfang mit Anlauf

2007 erwarb die First Dresden Real Estate GmbH & Co. KG das Objekt. Deren Eigentümer und Bauherr Ralf Pittner hatte ehrgeizige Pläne. Doch die Finanz- und Immobilienkrise, eine sich verändernde Marktlage und etliche bürokratische Hürden machten es dem gebürtigen Dresdner und seinem Projekt schwer. Doch Ende gut, alles gut. Pittners Geduld und Beharrlichkeit zahlten sich aus und jetzt entsteht das Gebäude in alter Gestalt wieder. Statt einem Hotel wird es drei hochwertige Etagenwohnungen zwischen 100 und 170 Quadratmetern beherbergen. Im Erdgeschoss steht eine 360 Quadratmeter große Gewerbeeinheit zur Verfügung, die auch geteilt werden kann. Mietinteressenten können sich noch melden. Investiert werden rund 1,5 Millionen Euro. Gebaut wird nach Plänen von Architekt Nils Tonn, die Baubetreuung liegt in den Händen des Ingenieurbüros Uwe Jeschke.

 

 

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