Bunte Republik Neustadt am dritten Juni-Wochenende

Mickey Mouse im Staatswappen – die Flagge der Bunten Republik Neustadt weht alljährlich am dritten Juni-Wochenende über dem Szeneviertel Dresdens. Foto: Una Giesecke

In der Dresdner Neustadt liegt das ganze Jahr über ein Hauch BRN in der Luft. Besonders aber am dritten Juniwochenende, wenn alljährlich die BRN, die Bunte Republik Neustadt, gefeiert wird. Das Stadtteilfest in der Äußeren Neustadt gilt den 130.000 Gästen als riesige eintrittsfreie Party. Rund tausend Musiker treten an den drei Tagen auf Bühnen, in Höfen und zu spontanen Straßenmuggen auf. So auch 2019, vom 14 bis 16. Juni.

Ihren Namen gab sich die Mikronation BRN 1990. In den von der DDR-Mangelwirtschaft hinterlassenen Ruinen hatte ein widerborstiges Völkchen von Studenten, Künstlern und Dissidenten seinen eigenen Stadtstaat proklamiert. Die Mickey-Mouse-Flagge wurde gehisst und eine Spaß-Währung kursierte. „Wer Punknoten nachläuft oder verfällt, wird mit Umsiedlung nach Gorbitz bestraft“, steht darauf.

Die seinerzeit aus dem Schlamm gestampften Plattenbausiedlungen – Schreck der in der Neustadt ansässigen Ostpunkrocker – galt den von hier fliehenden „Normalbürgern“ als Erlösung vom ewigen Kohle- und Asche-Eimerschleppen. In leerstehenden Wohnungen nisteten sich anspruchslose junge Leute ein, in Neustadtkellern probten Bands wie Dekadance, deren Drummer inzwischen bundesweit bekannt ist als Comedian: Olaf Schubert.

Wer Lust auf einen Einbürgerungstest hat und mehr zur Geschichte des frech-fröhlichen Festes erfahren möchte, dem sei das BRN-Museum in der Prießnitzstraße 18 empfohlen. Die aktuellen Veranstaltungen findet man unter:

https://www.brn-programm.de/

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