Farbe für kleines Blaues Wunder

Eine Hülle aus weißen Planen schützt die zweite Hälfte der Brücke am Alberthafen, die derzeit saniert wird. Jetzt werden schon die ersten beiden Farbschichten aufgebracht. (Foto: Marion Doering)

Die zweite Hälfte der Brücke am Alberthafen wird derzeit saniert.

Vor zwei Jahren hatte die Sanierung der Brücke über die Schiffszufahrt zum Alberthafen begonnen. Nun laufen die Arbeiten am zweiten Teil des 77 Meter langen Bauwerks. Es ist die kleine Schwester der Loschwitzer Brücke. Deshalb wird sie auch als kleines Blaues Wunder bezeichnet. Beide denkmalgeschützen Bauwerke wurden 1893 übergeben. Entworfen hatte sie Claus Köpcke, der im Finanzministerium für Brücken im Königreich Sachsen zuständig war.

Dringend nötig

Die Sanierung der Stahlfachbrücke am Alberthafen war dringend nötig. Das Bauwerk mit seiner netzartigen Gestaltung wurde noch nie grundlegend instand gesetzt. 2013 musste die Brücke für den Auto- und Lkw-Verkehr gesperrt werden, da sie nicht mehr die nötige Tragfähigkeit hatte. Seitdem nutzen sie nur noch Radfahrer und Fußgänger. Da dort auch der Elberadweg verläuft, ist die Verbindung wichtig.
Der Winter war bisher warm. So sind die Brückensanierer am Alberthafen an der zweiten Hälfte in Richtung Zentrum gut vorangekommen. Derzeit wird das Stahlfachwerk noch mit Sandstrahlen von alter Farbe, Rost und Schmutz befreit, teilt das Straßenbauamt mit. Parallel dazu haben die Arbeiter schon damit begonnen, die erste und zweite Farbschicht zu streichen. Insgesamt werden vier Schichten des Schutzanstrichs aufgebracht.
Für diese Arbeiten sind mindestens fünf Grad nötig. Ist es zu kalt, muss das gewaltige Brückenzelt mit Heißlüftern beheizt werden. Würde der Frost aber zu stark oder zu lange anhalten, müssten die Brückensanierer die Anstricharbeiten unterbrechen.

Unter Denkmalschutz

Mit dem Denkmalschutz war die Brücke vorher untersucht worden. Dabei wurden Farbreste von 1893 gefunden. In diesem hellen Blauton wird sie gestrichen. Geplant ist, dass auf der gut erhaltenen Fahrbahnplatte aus Buckelblechen ein 5,5 Meter breiter Geh- und Radweg hergestellt wird. Im Oktober soll der Radweg auf die neue Fahrbahn verlegt werden. Vorgesehen ist, alle Arbeiten bis Jahresende abzuschließen. Die Stadt investiert rund 3,5 Millionen Euro. 90 Prozent kommen vom Freistaat. (Peter Hilbert)

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