Wo Dresden wächst – und wo es schwächelt

Bildquelle: Adobe Stock – tichr / 100558840
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Dresdens Statistiker haben die Zahlen fürs zweite Quartal veröffentlicht – auch mit überraschenden Erkenntnissen.

Keine optimalen Bedingungen für fahrradfahrende Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer, eine problematische Mietpreisentwicklung, Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit sowie die allgegenwärtige Corona-Pandemie sind nicht die einzigen, aber die am häufigsten genannten Themen, welche die Menschen in Dresden beschäftigen. Das ist das Ergebnis der diesjährigen Kommunalen Bürgerumfrage, in der die Teilnehmenden mit offener Fragestellung aufgefordert wurden, sich zu bestehenden Problemen in der Stadt Dresden zu äußern.

Die ersten Ergebnisse flossen in den Bericht der Kommunalen Statistikstelle zum zweiten Quartal, der jetzt erschienen ist. Wohnen, Wirtschaft und die Bevölkerungsentwicklung insgesamt sind dabei Schwerpunkte.

Generationswechsel in den Plattenbaugebieten

Jede fünfte Dresdner Wohnung befand sich im Jahr 2017 in Plattenbauten aus der DDR-Zeit. Über 52 Prozent der Bewohnerinnen und -bewohner von Plattenbauten lebten in den kleinen Plattenbaugebieten Dresdens. Deren Struktur sei durch die Erstbezugsgeneration geprägt, die immer noch dort lebt. Der nun langsam anstehende Generationenwechsel kann zukünftig zu einer Änderung der momentanen sozialen Stabilität führen.

Baugewerbe schwächelt im Vergleich zu 2019

Trotz eines relativ hohen Auftragsvolumens und der Zunahme der Beschäftigten um 8,5 Prozent, fiel der Gesamtumsatz im Bauhauptgewerbe für das erste Halbjahr geringer aus als im Vergleich zum Vorjahr. Bei gleicher zeitlicher Betrachtung war im Ausbaugewerbe neben dem Gesamtumsatz auch die Zahl der Beschäftigten (-2,1 Prozent) rückläufig.

Der positive Trend des Baugewerbes aus den letzten beiden Jahren konnte sich somit im ersten Halbjahr des aktuellen Jahres damit nur bedingt fortsetzen.

Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund

Im Schuljahr 2019/20 hatten 14,5 Prozent der Kinder und Jugendlichen an Dresdner Schulen einen Migrationshintergrund. Das Angebot von Vorbereitungsklassen, welches Schülerinnen und Schülern mit nicht ausschließlich deutscher Herkunftssprache zum Erlernen des Deutschen als Zweitsprache dient, wird an Grundschulen und Oberschulen von rund 20 Prozent angenommen. Knapp 37 Prozent der Schulabgänger mit Migrationshintergrund und über 44 Prozent der Abgänger ohne Migrationshintergrund erlangten die allgemeine Hochschulreife, den häufigsten Schulabschluss im Schuljahr 2018/2019.

Vor allem 30- bis 44-Jährige ziehen in die Stadt

561.119 Personen waren Ende Juni 2020 in Dresden registriert. Das waren 1.013 weniger als im März 2020, jedoch 596 mehr zum Vorjahresquartal. Für die einzelnen Altersgruppen ergibt sich ein ganz unterschiedliches Bild. Den größten Zuwachs gab es in der Altersgruppe 30 bis 44 Jahre (+2.549). Dann folgten die 85-Jährigen und ältere (1.473) und die 10- bis 14-Jährigen. Den größten Rückgang gab es bei den 15- bis 29-Jährigen (-4.006) gefolgt von 45- bis 59-Jährigen (-916) und den 0- bis 2-Jährigen (-718).

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