Dresden: CO2-Ausstoß bleibt auf hohem Niveau

Dresden: CO2-Ausstoß bleibt auf hohem Niveau
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Der Klimaschutzstab der Landeshauptstadt Dresden hat die Treibhausgasbilanz für Dresden aktualisiert.

„Die Treibhausgasbilanz ist eine Möglichkeit, die Wirksamkeit und den Erfolg des kommunalen Klimaschutzes sichtbar zu machen“, erläutert die Leiterin des Klimaschutzstabes Ina Helzig. Im Rahmen von Monitoring und Controlling sollen ausgehend von der Treibhausgasbilanz Fehlentwicklungen erkannt werden, um diesen entgegen wirken zu können.

Dresden bilanziert Ausstoß von 3,5 Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2018

Der Ausstoß klimaschädlicher Gase im nun vorliegendem bilanzierten Jahr 2018 ist gegenüber den Vorjahren in Dresden leicht rückläufig, bleibt jedoch auf hohem Niveau. Zwischen 2013 und 2018 sanken die Emissionen von 3,8 auf 3,5 Millionen Tonnen pro Jahr bei wachsender Einwohnerzahl. Ein großer Teil des Rückgangs lässt sich mit den milden Wintern begründen. „Die Entwicklung in Dresden bewegt sich etwa im bundesdeutschen Durchschnitt. Zwar ist es gut, dass die Emissionen absinken, doch zum Erreichen der vereinbarten Klimaschutzziele reicht das noch nicht. Um deutlich vor 2050 Klimaneutralität zu erreichen, muss der Ausstoß klimaschädlicher Gase wesentlich schneller reduziert werden“, ordnet Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen die Entwicklung ein.

Basis der Klimaschutzbemühungen in Dresden waren bisher die 2013 vom Stadtrat im Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept beschlossenen gesamtstädtischen Strategien und Maßnahmen. „Diese wurden bisher nicht konsequent genug umgesetzt. Nötig sind tiefgreifendere Beiträge zur Energieeinsparung und -effizienzsteigerung, zur Ablösung fossiler Energieträger und der Stärkung umweltfreundlicher Verkehrsmittel. Zugleich müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Land und Bund weiter so gestaltet werden, dass sowohl Anreize, Verpflichtungen als auch Finanzierungsmöglichkeiten für mehr Klimaschutzmaßnahmen geschaffen werden“, so Jähnigen.

Neues Klimaschutzkonzept für Dresden in Arbeit

Am 30. Januar 2020 beschloss der Stadtrat die Aktualisierung der Dresdner Klimaschutzziele mit der Vorgabe, deutlich vor 2050 Klimaneutralität zu erreichen und das Klimaschutzkonzept entsprechend zu überarbeiten. Mit diesem Beschluss wurde Klimaschutz zur städtischen Aufgabe von höchster Priorität für die Daseinsvorsorge durch die Landeshauptstadt Dresden und die städtischen Beteiligungsgesellschaften erklärt.

Im Jahr 2022 wird das neue Klimaschutzkonzept für Dresden erarbeitet und vorgelegt. Es soll Ausführungen, zum verbleibenden CO2-Budget, zum Reduktionspotenzial und zur Konkretisierung des zeitlichen Ziels sowie der notwendigen Maßnahmen enthalten.

Zur Auswirkung der Corona-Pandemie können noch keine Aussagen getroffen werden, da für 2020 die entsprechenden Daten noch nicht vorliegen, erklärt Ina Helzig vom Klimaschutzstab: „Es ist davon auszugehen, dass weniger Pkw-Verkehr auf den Straßen und ggf. Änderungen im Produktionsumfang der Industrie zu weniger Emissionen führen. Gleichzeitig wird aber mehr Strom in den Privathaushalten verbraucht, z.B. für das Arbeiten im Home Office.“

Neue Bilanzierungsmethodik ab 2017 angewendet

Mit dem Bilanzjahr 2017 erfolgte ein Wechsel der Bilanzierungsmethodik auf die vom Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (Ifeu) entwickelte Bilanzierungs-Systematik Kommunal (BISKO), welches auch durch andere Kommunen genutzt wird, u. a. um Vergleichbarkeit mit Bilanzen anderer Städte zu erreichen nutzt die Landeshauptstadt Dresden für die Berechnung der Treibhausgasemissionen nun den Klimaschutzplaner des „Klima-Bündnis“. Durch die Umstellung ergeben sich Abweichungen zu bisherigen Veröffentlichungen. Die aktuell veröffentlichte Bilanz zeigt zum ersten Mal die Ergebnisse für die letzten fünf zurückliegenden Jahre nach dieser Methodik.

Die Treibhausgasbilanz ist verbrauchsbasiert. Deswegen kann sie immer erst dann erstellt werden, wenn Statistiken und Abrechnungszahlen nach Ablauf des Bezugszeitraums und des Jahresabschlusses vorliegen. Mitunter sind Statistiken auch erst nach zwei Jahren verfügbar. Daher tritt bei der Veröffentlichung der Treibhausgasbilanzen generell eine Verzögerung von bis zu zwei Jahren auf.

Weitere Informationen, Erläuterungen und Daten zur Treibhausgasbilanz finden Sie hier.

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