Der Tansanit – ein Geheimtipp in Blau

Tansanit
Der Tansanit ist einer der seltensten Edelsteine der Welt. Was ihn so begehrt macht, ist die Tatsache, dass dieser Stein tausend Mal seltener als Diamanten ist und ausschließlich in Tansania vorkommt, wo bereits in 2 von 4 Minen keine Steine in Investmentqualität mehr gefunden werden. | Foto: Pixabay

Der Tansanit zählt zu den jungen Edelsteinen – nicht etwa, weil er vor Kurzem entstanden ist, sondern weil er noch nicht so lange bekannt ist. Während Rubin, Saphir und Smaragd schon seit tausenden Jahren bekannt und begehrt sind, wurde der erste Tansanit erst 1967 gefunden. Seitdem erfreut sich dieser Farbedelstein, der auch als Geburtsstein des Monats Dezember gefeiert wird, immer größerer Beliebtheit. Chris Pampel, seines Zeichens Experte für Edelstein-Investments beim Deutschen Edelstein Kontor, kennt viele interessante Fakten über den Tansanit und möchte mit seiner Begeisterung für Farbedelsteine anstecken. 

Blauer Tansanit

Beim Tansanit handelt es sich um die blaue Varietät des Minerals Zoisit, wobei der Tansanit genau genommen ein Farbwechselstein ist, der je nach Lichteinfall und Blickwinkel zwischen unterschiedlichen Farben – meist blau und violett – wechselt. Der Zoisit ist in seiner unedlen, nicht schleifbaren Form relativ weit verbreitet, in blauer Edelsteinqualität gibt es allerdings weltweit nur einen einzigen Fundort: Tansania. Der New Yorker Juwelier Tiffany, der Anfang der 70er Jahre als einer der ersten Juweliere Schmuck aus dem blauen Zoisit anfertigte, war der Ansicht, dass “Zoisit” als Name für diesen bezaubernden Stein völlig ungeeignet ist, da er, englisch ausgesprochen, ganz ähnlich wie das Wort “suicide” (englisch für “Selbstmord”) klingt. Und wer erwärmt sich schon für Schmuck mit einem Selbstmord-Stein? Aus Marketinggründen nannte er den blauen Zoisit deshalb “Tansanit”, angelehnt an den Fundort Tansania, was sich international rasch durchsetzte.

Natürlicher Tansanit

Die hochwertigen Tansanite, die in den ersten Abbaujahren gefunden wurden, zeichnen sich durch ihre Transparenz und ihren funkelnden Blauton aus. Der Tansanit weist einen sehr starken Pleochoismus auf, was bedeutet, dass er je nach Lichteinfall auch purpur, blau, violett, braun oder gelb schimmert. Da die beliebte blaue Färbung bei Zoisiten in der Natur nicht allzu häufig vorkommt, wird für die Schmuckherstellung gerne nachgeholfen: Werden grau- bis gelbbraune Zoisite auf 400 bis 500 Grad erhitzt, verändert sich ihre Farbe und sie werden blau. Auch farbschwache Tansanite erhalten durch das Brennen einen kräftigen Farbton. Nach einer solchen Behandlung ist der Zoisit zwar wunderschön blau, aber er kommt wertmäßig nicht an einen Tansanit heran, dessen blaue Farbe natürlichen Ursprungs ist. Für Schmuck sind solche gebrannten Steine ganz wunderbar geeignet, für Investments hingegen nicht. Das sollte man beim Kauf immer bedenken. 

Der Tansanit ist mit seiner Mohshärte 6,5 bis 7 ein relativ weicher Stein, der allerdings eine hohe Spaltbarkeit aufweist. Das Erhitzen, Schleifen und Fassen erfordern deshalb viel Erfahrung. Nichtsdestotrotz ist er ein ausgesprochen beliebter Schmuckstein. Man sollte Tansanitschmuck unbedingt schonend behandeln, damit der Stein nicht verkratzt, ihn keinesfalls mit Ultraschall reinigen, weil er leicht Risse bekommt, und den Kontakt zu säurehaltigen Mitteln vermeiden, da dieser Edelstein nicht säurebeständig ist. Wenn man das berücksichtigt, hat man lange Freude an Schmuck mit diesen funkelnden, blauen Steinen.

Kostbarer Tansanit

In seiner Farbgebung ähnelt der Tansanit zwar dem Saphir, aber er ist (noch) vergleichsweise günstig zu erstehen, obwohl er extrem selten vorkommt. Die Mindestgröße für einen Tansanit in Investmentqualität liegt bei 4-5 Karat, besser sind aber Steine ab 10 Karat, da sie weitaus seltener vorkommen als kleinere Exemplare. Bei Tansaniten kaufen Anleger aber auch gerne Pärchen, also in Größe und Farbe sehr ähnliche Steine, die identisch geschliffen werden und im Wertgutachten auch als Pärchen betrachtet werden.  Einzelne Steine erzielen in der Regel niedrigere Preise, da zwei fast identische Tansanite natürlich seltener vorkommen. Preislich sind Tansanite sehr attraktiv, weil sie, wie bereits erwähnt, nicht so bekannt sind wie Rubin, Saphir und Smaragd. So kommt es, dass fünf-karätige Tansanite (das ist die Mindestgröße für einen Tansanit als Investment) bereits ab 5.000 bis 6.000 Euro erworben werden können, weshalb sie sich wunderbar als Einstiegsinvestment eignen.

Beim Tansanit darf erwartet werden, dass der Wert dieser Steine schon bald sehr stark zunehmen wird, da man davon ausgeht, dass die Vorkommen in Tansania in spätestens 20-30 Jahren erschöpft sein werden. Den genauen Zeitpunkt kennt natürlich niemand, aber sollten keine neuen, hochwertigen Minen gefunden werden, werden die bis dahin gefundenen Steine in Investmentqualität mit größter Wahrscheinlichkeit eine rasante Wertsteigerung erfahren. Diese Entwicklung ist abzusehen, beste Beispiel hierfür sind Rubine aus der Burma-Region und Saphire aus der Kashmir-Region. Seit dort keine hochwertigen Steine in Investmentqualität mehr gefunden werden, sind die Preise für die auf dem Markt befindlichen Steine extrem gestiegen. Der Tansanit wird deshalb als absoluter Investment-Geheimtipp mit spektakulärem Zukunftsbonus gehandelt. Natürlich gilt das ausschließlich für unbehandelte, natürlich entstandene Steine mit erstklassigen Eigenschaften, die der Händler unbedingt durch entsprechende Zertifikate und Gutachten belegen sollte. Nur ein Experte kann mit entsprechenden Analysen und teuren Geräten die erforderlichen Untersuchungen durchführen, die die wahren Eigenschaften eines Farbedelsteins und dessen Wert enthüllen.

Kraftvoller Tansanit

Obwohl es noch gar nicht so lange her ist, dass der erste Tansanit gefunden wurde, wird er als Heilstein geschätzt. Er soll zu einem gesunden Selbstbewusstsein und einer guten Körperhaltung beitragen, die Sinne schärfen, zu einem klaren Verstand verhelfen und unterstützen, wenn es gilt Unsicherheit zu überwinden, zum Beispiel bei einer Rede vor einer großen Menschenmenge oder wenn man als Schauspieler im Rampenlicht steht. Künstler und Artisten, für die eine exzellente Körperbeherrschung wichtig ist, vertrauen auf die Kräfte des Tansanits ebenso wie Ergotherapeuten, die ihn für die Behandlung nach Verletzungen und längerer Krankheit bei ihren Patienten einsetzen.

Laut Edelsteintherapie wirkt der Tansanit, der dem Hals-Chakra zugeordnet wird, am besten, wenn er längere Zeit kontinuierlich um den Hals getragen wird. In Gold gefasst an einer hübschen Kette oder einfach als Stein an einem schlichten Halsband kann er dort seine Kräfte entfalten. Die Wirkung setzt allerdings erst nach einiger Zeit ein, heißt es. Wissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit fehlen zwar bislang, aber wer Edelsteine liebt und auf deren unterstützende Kräfte vertraut, wird Halsschmuck mit einem blauen Tansanit gerne tragen.

Besonderer Tansanit

Der überwiegende Teil der Tansanitfunde wiegt zwischen 0,5 und 10 Karat. Schwerere Exemplare sind sehr selten und demzufolge wertvoller. Auch der Farbton ist wichtig: je tiefer, intensiver und klarer das Blau, desto kostbarer der Stein. Einige wenige Tansanite weisen einen sogenannten Katzenaugen-Effekt, auch Chatoyance genannt, auf. Bei dieser Besonderheit ist bei punktförmiger Beleuchtung ein Lichtstreifen im Stein zu erkennen, der an das Auge einer Katze erinnert. Diese Steine werden nicht mit dem für Edelsteine bevorzugten Facettenschliff, sondern im runden Cabochon-Schliff in Form gebracht, da nur dieser den Effekt richtig schön zur Geltung bringt. Obwohl Katzenaugen-Tansanite sehr selten sind, werden sie “nur” als Schmuck- oder Sammlersteine gehandelt und nicht als Investment.

Sie möchten noch weitere interessante Fakten über den Tansanit nachlesen? Dann legen wir Ihnen das Edelstein-Wiki des Deutschen Edelstein Kontors aus Chemnitz ans Herz. Dort werden Sie bestimmt fündig!


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