Gärtnern im Alter – eine Frage der Vorbereitung

Gartenfreund Peter (71) bei der Arbeit. In seinem Gewächshaus zieht er für seine Gartengemeinschaft im KGV „Lockwitz“ Pflanzen vor. Foto: Verena Andreas
Gartenfreund Peter (71) bei der Arbeit. In seinem Gewächshaus zieht er für seine Gartengemeinschaft im KGV „Lockwitz“ Pflanzen vor. Foto: Verena Andreas

Der kürzeste Weg zur Gesundheit ist der Weg in den Garten“ heißt ein Sprichwort und betrachtet man die Seniorengruppe des Stadtverbandes „Dresdner Gartenfreunde“, scheint jener Gärtner Pöschke Recht zu haben. Ehemalige Vorstandsmitglieder oder Vorsitzende von Kleingartenvereinen treffen sich zur jährlichen Ausfahrt und tauschen sich darüber aus, wie es so ist, einen Garten auch mit über 70 Jahren zu bewirtschaften. Möglichkeiten gibt es viele, da ist Kreativität gefragt, vor allem aber auch rechtzeitige Planung und oft hilft die Gemeinschaft.

Gemeinsamer Seniorengarten

In den Vereinen „Flora I“ und „Gartenfreunde II“ beispielsweise gibt es Schlüsselmitgliedschaften für die Ehemaligen, mit dem sie nach wie vor Zutritt zur Anlage und den Gemeinschaftsflächen haben. Wer sich frühzeitig Hochbeete und langstielige Gartengeräte angeschafft hat, kann noch lange selber gärtnern. Andere Vereine haben eine Parzelle zum Seniorengarten umgestaltet oder helfen bei der Ernte und Pflege des Gartens. Im KGV „Alte Elbe“ ist ein Seniorengarten der Begegnungsstätte „Marie“ entstanden, auf der gemeinschaftlich gegärtnert wird. Im KGV „Lockwitz“ haben Vereinsmitglieder gemeinsam eine Laube rollstuhlgerecht umgebaut, Gerätegemeinschaften gebildet und bewirtschaften gemeinsam den Garten eines des 84-jährigen Günthers. Der 71-jährige Gartenfreund Peter zieht in seinem Gewächshaus im Frühjahr Pflanzen vor, ein anderer baut pflegearme Zucchini an, die andere ernten. Und wenn mal was geschnitten werden muss „dann gehen wir mit, wir werden die alten Leute doch nicht auf die Bäume lassen!“ Zäune findet man in diesem Abschnitt des Vereins vergebens und wenn Herr Quidenius von diesen 15 Parzellen spricht, dann erzählt er immer von „wir“. Alt und Jung überlegen, wie sie dieses Stückchen Gartenland bewirtschaften können, teilen sich Wege und Beete und oft auch den Grill, die wenigen Rasenflächen sind für die Kinder. Die überschüssigen Erträge werden dem benachbarten Kinder- und Jugendhaus „Mareike“ gespendet. Die kommen dann auch malvorbei und besuchen den 76-jährigen Heinz, der die Fläche nach wie vor pachtet und wohl noch lange Gartenfreund bleiben wird.

Stadtverband „Dresdner
Gartenfreunde“ e. V.,
Erna-Berger-Straße 15,
Tel. 0351 89678700, www.dresdner-gartenfreunde.de

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