Antik-barocke Schönheit im Albertinum

Konservatorin Kordelia Knoll mit einem Ausstellungsstück Foto: Thessa Wolf
Konservatorin Kordelia Knoll mit einem Ausstellungsstück Foto: Thessa Wolf

Antik-barock? Gibt es das überhaupt? Schließlich liegen zwischen dem Ende der einen und dem Beginn der anderen Epoche knappe tausend Jahre. Dass im Albertinum derzeit dennoch Skulpturen ausgestellt sind, die diese Bezeichnung tragen, hat viel mit dem frühen 18. Jahrhundert und dem Drang nach größtmöglichem Gewinn zu tun. Also: Für antike Stücke gab es damals eine große Nachfrage. Und so wurde flugs „Antikes“ in großer Stückzahl hergestellt. Mitunter bekam auch ein antiker Kopf eine barocke Büste. Als August der Starke 1728 römische Kunst kaufte, wusste er nicht, dass einiges, was er für antik hielt, erst wenige Jahre alt war. Doch ausgesucht wurde ohnehin nicht danach, ob es sich nun um ein Original handelte, sondern vielmehr nach Kunstfertigkeit, wertvollem Material und den Personen, die in Stein verewigt worden waren.
Und so heißt auch die gerade eröffnete Ausstellung im Mosaiksaal des Albertinums „Von Schönheit und Größe, Römische Porträts und ihre barocke Aneignung“. Neben einigen Kaisern sind auch Plastiken von Kindern und Bürgerlichen zu sehen – 30 ausgewählte Stücke der insgesamt 600 Skulpturen umfassenden SKD-Sammlung. Und ein wenig ist es auch ein „Probe-Stehen“ für die Werke, schließlich werden sie im Herbst, zusammen mit vielen anderen, die restaurierte Osthalle des Semperbaus füllen. Bis dahin darf man die Kaiser Marc Aurel, Septimus und Claudius genauso bewundern wie ein kleines, mit Knöcheln spielendes, Mädchen oder einen Knaben in Erwachsentracht. Schließlich waren Plastiken damals nicht nur Selbstdarstellung, sondern auch dafür gedacht, die Liebsten zu verewigen. (Thessa Wolf)

bis 6. November, geöffnet tgl. außer Mo. von 10 bis 18 Uhr

Google Maps

Mit dem Laden der Karte akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Google.
Mehr erfahren

Karte laden

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.