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Die Jugend ist besser als ihr Ruf, zumindest in Dresden

Auf den Kinder- und Jugendspielen Anfang Juni wird es bunt und elegant zugehen Foto: Thomas Götze Mehr Breitensportangebote wie Tischtennis oder Parcours wünschen sich die befragten Dresdner Jugendlichen. Foto: Thomas Götze

Man nennt sie gern „erlebnisorientierte Agrartouristen“: Jugendliche aus dem Umland ziehen gern in Trupps in die Stadt, wo mehr los ist. Solche „Wanderungsbewegungen“ belegt auch die aktuelle Jugendbefragung für Dresden. Vorgestellt wurde die repräsentative Studie der Projektschmiede am Montag im Festsaal des Rathauses vor rund 120 Zuhörern.

2.430 Dresdner Jugendliche im Alter zwischen 10 und 17 Jahren hatten am Jahresende 2016 online Auskunft zu ihrem Freizeitverhalten gegeben. Ergebnis: Am liebsten erholt man sich zu Hause und unter Freunden. Über Tausend Klicks erhielten Vereinsaktivitäten, gefolgt von Schwimmbad (485), Treff in Parks und auf der Straße (433) sowie Schul-AGs (311).  Von wegen faul: Rund die Hälfte der Freizeitaktivitäten sind somit bewegungsorientiert.

Damit nicht genug: Unter den rund 2.000 geäußerten Verbesserungswünschen rangiert mit 485 der Breitensport ganz oben. 300 Befragte wünschen sich mehr Mitmachangebote, wo sie sich sozial oder kreativ, politisch oder wirtschaftlich einbringen können. Also, von wegen politikmüde.

Während 262 der jungen Leute angaben, oft mit Freunden in Fußgängerzonen und Einkaufszentren abzuhängen, wünschten sich 267 Befragte mehr Freiräume für ihre Altersgruppe zum Chillen. 238 hätten bitte gern mehr Zeit anstelle von Hausaufgaben und durchorganisierten Nachmittagen. Gegen das Lernen an sich hatten die befragten Dresdner nichts einzuwenden. „Es sollte nur eben abwechslungsreiche und motivierende Erfahrungen ermöglichen“, führte Sascha Möckel von der Projektschmiede aus.

223 brauchen mehr Orte mit kostenlosen oder günstigen Angeboten, die sie selbstbestimmt nutzen und wo sie neue Leute treffen könnten. Dies ist ja oft Ziel der erwähnten „Wanderungsbewegungen“. Beim Stadtteilranking steht die Altstadt, zu der auch der Große Garten gehört, unangefochten an der Spitze. Es folgt die Friedrichstadt, die mit dem Ostragehege viel Platz für Sport, Messen und Konzerte bietet. Dorthin und in die Neustadt, Johannstadt, Gorbitz und Prohlis zieht es Jugendliche aus der Stadt und von außerhalb.

In 14 Tagen, versprach Sascha Möckel, soll die Studie online und detaillierter nachzulesen sein. Bleibe zu hoffen, dass die Ergebnisse langfristig in die Stadtplanung einfließen. Rathausmitarbeiterin Martina Greif von der Abteilung Kinder-, Jugend- und Familienförderung versicherte vor gefülltem Saal: „Wir sind sehr interessiert an den Erwartungen der Klientel. Wir werden künftig mit deren Vertretern uns Gespräch kommen und sie in die Jugendhilfeplanungen einbeziehen.“

ab 23. Mai unter www.dresden.de/jhp

 

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