Umleitung zum Skicup

Auf der Großen Meißner Straße kommen sich Radfahrer und Autos ins Gehege.
Auf der Großen Meißner Straße kommen sich Radfahrer und Autos ins Gehege. (Fotos: Steffen Füssel)

Radfahrer werden auf gefährliche Tempo-50-Strecke geschickt.

Trotz nieselgrauer Januarkälte sind laut Allgemeinem Deutschen Fahrradclub Dresden (ADFC) bis zu 3 000 Radfahrer täglich auf dem Elberadweg am Königsufer unterwegs. Dieses ist zwischen Albertbrücke und Elbsegler wegen des Skiweltcups bis zum 24. Januar gesperrt. Die Umleitung dauert damit zehn Tage weniger als 2018. „Wir haben die Kritik und Hinweise des Vorjahres ernst genommen und freuen uns, dass auch die Umleitungsstrecke nun deutlich kürzer ist“, sagt Weltcup-Sprecherin Viktoria Franke. Dies sieht auch Reinhard Koettnitz, Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes, so: „Die Radverkehrsführung gegenüber dem Vorjahr konnte deutlich verbessert werden.“
Besser ist noch nicht gut. Von der Albertbrücke aus führt die Umleitung auf dem oberen Fußweg durch den Staudengarten und unterhalb der Staatskanzlei entlang, soweit in Ordnung. Dann aber geht es nach rechts zum Carolaplatz, über zwei zeitraubende Ampeln nach links und auf dem Gehweg der Köpckestraße bis zum Goldenen Reiter, wo keine weiteren Hinweise stehen. StVO-konform auf der ausgewiesenen Strecke zu fahren, sei jedoch schwierig, erklärt Larsen und zählt die Hindernisse auf: „Die schmalen Bordabsenkungen an den Fußgängerüberwegen am Carolaplatz, die extreme Engstelle am Jägerhof, und am Neustädter Markt geht es nur auf der zwei- bis dreispurigen Großen Meißner Straße weiter, wo Tempo 50 gilt.“

Unklare Wegführung

Man kann freilich auch über die dann dritte Ampel oder den Übergang hinter der Haltestelle die Köpckestraße in Richtung Elbe queren und zwischen Westin Bellevue und Elbsegler wieder auf den Elberadweg stoßen. Hier begegnen einem die Pedalisten aus der Gegenrichtung. Diese werden an der Augustusbrücke gemeinsam mit Baustellenfahrzeugen uneindeutig umgelenkt, sodass unklar ist, ob der Fußweg mitgenutzt werden darf, und am Carolaplatz ohne Weiteres entlassen. Somit hat man die Wahl, hinter der Ampel, wenn man die Strecke vom Hinweg schon kennt, nach rechts zum Parkplatz der Staatskanzlei einzubiegen oder bis zur Albertbrücke geradeaus weiterzuradeln oder einfach gleich hinterm Finanzministerium den Zickzackweg hinunter zu nehmen. Dieser ist allerdings von den schweren Liefer-Lkws aufgerissen und verschlammt.

Akzeptable Lösung gefragt

Der ADFC war vorschriftsmäßig in die Planung einbezogen worden und kritisiert daher, dass sein Vorschlag, den kürzeren Umweg unterhalb des Finanzministeriums entlangzuführen, ignoriert wurde. Stattdessen müssten Radfahrer weite und teils zu enge Strecken an der viel befahrenen Wigard-, Köpcke- und Großen Meißner Straße in Kauf nehmen. Legal gehe das nur im Schritttempo, sagt Nils Larsen vom ADFC-Vorstand Dresden und befürchtet, „dass das Umleitungsangebot nicht angenommen wird“. In der Tat bewacht nun eine Sicherheitsfirma die Absperrungen und Tore, die manch Eiliger auf dem Weg zur Arbeit gern ignoriert. Die meisten weichen aber ordnungsgemäß aus.
Aufgrund der stellenweise unklaren Verkehrsführung würde nun jeder nach Gefühl fahren, sagt Larsen und warnt: „Das kann gefährlich sein.“ Im Vorjahr war es zu mehreren Unfällen gekommen. Der ADFC fordert daher eine nachhaltige Lösung am Königsufer, das ja außerdem regelmäßig von den Filmnächten, zum Stadtfest oder vom Marathon belegt wird. „Das Radverkehrskonzept sieht vor, dass für Strecken, die relativ häufig von wiederkehrenden Ereignissen wie Hochwasser oder Sperrungen durch Kultur- oder Sportereignisse betroffen sind, akzeptable Umleitungsstrecken entwickelt werden.“ (Una Giesecke)

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