Museumsbus in Dresden: „Alle sollen etwas davon haben.“

SKD-Chefin Marion Ackerman und Sachsens Minister- präsident Michael Kretschmer (Bildmitte), freuen sich, dass der Bus bald auf Tour geht.
SKD-Chefin Marion Ackerman und Sachsens Minister- präsident Michael Kretschmer (Bildmitte), freuen sich, dass der Bus bald auf Tour geht. (Foto: Thessa Wolf)

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und die SKD-Chefin Marion Ackermann schicken einen Museumsbus in die Region.

Mit Legosteinen macht Michael Kretschmer derzeit so seine eigenen Erfahrungen. Die sind mitunter schmerzhaft, etwa, wenn der sächsische Ministerpräsident nachts mal nach seinen Kindern schaut, ob sie schlafen – und dann barfuß auf die kleinen Plastikteile tritt. Als er jedoch in der vergangenen Woche den Startschuss für den neuen Museumsbus der Staatlichen Kunstsammlungen gab, war er voll des Lobes über die Steine – wie auch über die Idee des musealen Verbundes, das Mitmach-Werk des dänisch-isländischen Künstlers Ólafur Elíasson über Land zu schicken. Bei dem Projekt „The cubic structural evolution project“ können Kinder aus weißen Legobausteinen Visionen einer zukünftigen Stadt bauen. „Es ist ein schönes Selbstverständnis, dass jetzt alle etwas davon haben“, lobt er die Idee, die Steine in einem umgebauten Stadtbus durch ganz Sachsen zu schicken, vor allem in ländliche Regionen. „Kunst in der Fläche“, nenne sich das, übrigens eine Sache, die als „Galerie mobil“ bereits 1976 in Sachsen tourte, ergänzte die SKD-Chefin.
Für den aktuellen Bus, auf dem in weißen Initialen „Mobiles Museum“ steht, haben bereits etliche Grundschulen und Kindertageseinrichtungen interessiert. So geht es demnächst unter anderem nach Görlitz, Kamenz, Hoyerswerda wie auch nach AnnabergBuchholz und Wolkenstein.

Die Erfindung der Zukunft

Gestartet worden war das Projekt zunächst im Japanischen Palais im Rahmen der „Kinderbiennale. Träume und Geschichten“. Noch bis zum 24. Februar kann auch dort gebaut werden – täglich nutzen das viele kleine Besucher, immerhin 60000 seit der Eröffnung Ende September. Das Traumstadt-Bauprojekt mit den weißen Steinen wartet seit Mitte November auf kreative Kinderköpfe und –hände. Auch an einem Januarmittwoch ist fast jeder Platz rund um den riesigen runden Tisch belegt. Die sechsjährige Tara zeigt stolz ihre gebaute Polizeistation, der fünfjährige Marek hat einen Roboter für die Fantasiestadt entworfen.
Für drinnen wie für den Bus draußen gelte: „Menschen kommen zusammen und werden gemeinsam aktiv“, macht Marion Ackermann einen wichtigen Aspekt klar, den das Kunstprojekt in sich birgt und verweist in diesem Sinne gleich noch auf Anfang Mai, wo die Ergebnisse des Wettbewerbes „Erfinde die Zukunft: Bilder, Geschichten und Visionen“ im Japanischen Palais gezeigt werden. Bei diesem waren junge Leute aufgerufen, ein Objekt ihrer Wahl einzureichen zu den Fragen: „Wie viele Dinge besitzt Du? Was davon ist eigentlich überflüssig und wird von Dir nicht oder nur selten genutzt?“ Aus diesen Objekten werde dann ein Kunstwerk gemacht. (Thessa Wolf)

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