Sachsen hat einen neuen Ministerpräsidenten

Der Sächsische Landtag in Dresden. (Foto: Oliver Carstens)

Dresden. Sachsens CDU-Chef Michael Kretschmer ist neuer Ministerpräsident des Freistaates. Er erhielt am Mittwochvormittag bei der geheimen Abstimmung im Landtag 69 Stimmen, fünf mehr als benötigt. Drei Stimmen waren ungültig, 48 Abgeordnete stimmten gegen Kretschmer, zwei enthielten sich. Der CDU gehören 59 Abgeordnete an, der SPD 18. Kretschmer bekam also nicht alle Stimmen der schwarz-roten-Koalition.

Kretschmer ist der vierte Ministerpräsident seit 1990 und zugleich der jüngste in Deutschland. Er folgt auf Stanislaw Tillich der nach den CDU-Stimmverlusten bei der Bundestagswahl seinen Rückzug angekündigt hatte.

Offiziell ist Kretschmer, der von 2002 bis zur Bundestagswahl im September 2017 im Bundestag saß, kein Mitglied des Landtages. Bei seiner Wahl zum sächsischen Ministerpräsidenten musste er deshalb auch im Zuschauerbereich Platz nehmen. Dort saß seine Lebensgefährtin Annett Hofmann neben ihm.

Die Wahl des neuen Ministerpräsidenten begann mit einer Würdigung für den scheidenden. Zu Beginn der Sitzung sagte Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU), Stanislaw Tillich habe über neun Jahre lang die Geschicke des Freistaates mit „viel Fachkompetenz und einem großen Herzen für unsere sächsische Heimat gelenkt.“ Tillich sei es gelungen, das Land durch unruhige Zeiten zu führen und zukunftsfest zu gestalten, so Rößler.

Weniger salbungsvolle Worte fanden die Linken. Kurz vor Beginn der Sitzung enthüllte die Partei auf gegenüber dem Landtag auf der anderen Elbseite ein großes Transparent. Darauf standen die Statements „Kretschmer = Krönung der sächsischen Demokratie“ und „#NichtunserPräsident“. Auf Twitter teilte Linken-Politikerin Juliane Nagel ein Foto des Protests. (dpa)

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